Wechselkennzeichen, nein Danke!

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Am 1. Juli ist es soweit, dann kommt ein weiterer Geniestreich des Bundesverkehrsministeriums in Umlauf: das Wechselkennzeichen. Die Grundidee eines solchen Kennzeichens ist so genial wie einfach. Besitzt man mehrere Fahrzeuge, nebst Anhänger und Zweirad, so kann man immer nur mit einem Fahrzeug unterwegs sein. Warum nicht einfach nur das größte und teuerste besteuern und versichern, dafĂĽr die anderen (gĂĽnstigen) mit dem gleichen Kennzeichen fahren lassen. Sprich: 1 Satz Kennzeichen fĂĽr den ganzen (Privat)Fuhrpark. Der Vorteil fĂĽr den BĂĽrger liegt auf der Hand – Steuer und Versicherung wĂĽrden eben nur fĂĽr’s Fahren bezahlt und nicht fĂĽr’s Rumstehen. Ă–sterreich und die Schweiz zeigen wie so ein System funktioniert, nur die deutschen Bundesminister bekommen das einfach nicht kopiert. Denn das lang debattierte und heimlich beschlossene Kennzeichen-Konzept sieht weiterhin die volle Besteuerung der (nur) zwei möglichen Wechselkennzeichen-Fahrzeuge vor. Der Regulierungswahn des Verkehrsministeriums baut aber noch eine weitere Sperre ein: Bei den beiden Fahrzeugen, die sich das Wechselkennzeichen teilen, muss es sich um Fahrzeuge gleicher Klasse handeln. Eine Gruppe bilden Pkw, Oldtimer und Wohnmobile, eine weitere Motorräder, Leichtkrafträder sowie Quads und Trikes, und die dritte Klasse sind Anhänger.

Gerade für Reisemobile hätte ein Wechselkennzeichen Sinn ergeben. Diese Fahrzeuge werden vorrangig im Urlaub bewegt und könnten sich mit einem anderen Fahrzeug des privaten Fuhrparks das Kennzeichen teilen. Rainer K. aus Berlin hat uns seine Situation geschildert: er besitzt ein Alltagsfahrzeug Audi A6, daneben unterhält er ein Wohnmobil, einen Oldtimer, ein Motorrad und einen kleinen Anhänger. Seine Frau fährt im Sommer ein Cabrio. Wohnmobil, Motorrad und Cabrio laufen je mit Saisonkennzeichen. Herr K. zahlt hier nur jeweils den Halbjahres-Steuersatz, mit dem Wechselkennzeichen würden diese Fahrzeuge voll besteuert werden und somit deutlich teuerer im Unterhalt. Der Oldtimer besitzt ein H-Kennzeichen und unterliegt ohnehin einer günstigeren Steuer. Bleiben nur noch der Audi und der Anhänger, die nicht zur gleichen Fahrzeugklasse gehören und somit sich kein Kennzeichen teilen können. Rainer K. sagte am Ende des Gesprächs mit der Caravanlounge-Redaktion: „Wechselkennzeichen, nein Danke!“

 

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