Universalöle im Test: Problemlöser und „Tierpfleger“ in einem

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Wer kennt das nicht: Hakende Türschlösser, vornehmlich beim Oldtimer, oder festsitzende Schrauben am defekten Auspuff. Teerflecken auf der Felge können einen ebenso ins Schwitzen bringen wie Kleberückstände der Vignette auf der Windschutzscheibe. Die Liste der Ärgernisse ließe sich locker erweitern: knarrende Wohnmobiltüren, nicht anspringende Benzinrasenmäher, eine verrostete Heckenschere oder eine staubtrockene Fahrradkette, die nach Pflege lechzt. Multifunktionsöle versprechen in all diesen Fällen die Lösung. Was die Öle aber wirklich taugen, wollte die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) genau wissen und stellte sieben aktuelle Universalöle aus der Spraydose auf den Prüfstand.

Testkriterien
Die Tester der GTÜ haben in drei Kategorien sehr unterschiedliche Fragen beantwortet. Wichtigstes Kapitel, die Wirkung der Universalöle: Wie gut sind Schmierung und Verschleißminderung, wie effizient ist der Rostschutz? Wie sind Lösungs- und Kriechvermögen zu bewerten sowie die Eignung als Kontaktspray? Aber auch Fragen der Anwendung spielten eine Rolle: In welchen Bereichen sind die Öle einzusetzen? Wie ergiebig sind sie? – Gesundheits-, Umwelt- und Materialverträglichkeit spielten ebenfalls eine Rolle.

Breite Anwendungsbereiche: Von der Leder- bis zur Tierpflege
Das Einsatzspektrum der Öle geht weit über die klassischen Bereichen der Schmierung und Rostbekämpfung hinaus und reicht in einigen Fällen sogar bis zur Waffenpflege (Ballistol, beko B10, Caramba 70, Sonax SX 90). Ballistol, das sich mit geringem Wasserunterwanderungsvermögen als einziges Produkt zwar nicht sonderlich als Kontaktspray für die Elektrik eignet, punktet dafür mit Vorzügen von der ökologischen Unbedenklichkeit bis hin zur desinfizierenden Tierpflege. Ausdrücklich empfiehlt der Hersteller Ballistol auch für Leder. Sprödes und trockenes Leder werde wieder „weich und elastisch“. Doch Vorsicht: Bei der Prüfung der Materialverträglichkeit sorgten alle Öle auf Leder für ein dunkleres Erscheinungsbild, weshalb zumindest für helle Tierhaut farbneutrale Spezialpflegesubstanzen den Universalölen wohl vorzuziehen sind.

Fazit Rostschutz
Universalöle lösten ihre Aufgaben im Normalfall durchaus zufriedenstellend, so das Urteil der Tester. Doch Spezialmittel für weitere, schwierige Anwendungsfälle konnten sie oft nicht ersetzen. So sorgten zumindest die besseren Universalöle für einen „ganz ordentlichen Rostschutz unter nicht allzu harten Bedingungen eines Schnellrosttests mit 3-prozentiger Salzlösung“. Versagt haben sie aber auf breiter Front unter Extrembelastung: Dazu wurden sie einem tagelangen Salzsprühtests nach DIN-Norm mit nahezu doppelt so hohem Salzgehalt ausgesetzt.

Fazit Schmierfähigkeit und Verschleißminderung
Ähnliches gilt für die Schmierfähigkeit und Verschleißminderung der Universalöle. Beispielhaft wurden Antriebsketten extremen Belastungen ausgesetzt. „Bei einschlägigen Verschleißmessungstests (nach Reichert) schneiden Spezialprodukte zur Kettenschmierung erheblich besser ab als die Alleskönner“, so das Urteil. Das hindere Sonax nicht daran, sein SX 90 plus ausdrücklich auch dafür zu empfehlen. Sonax: „Schmiert dauerhaft Fahrrad- und Motorradketten“. Immerhin wird dem Produkt bescheinigt, im Testfeld der Universalöl-Konkurrenten in diesem Punkt das beste Ergebnis abgeliefert zu haben. Durch den Vorsprung in Sachen Schmierfähigkeit und Rostschutz sicherte sich Sonax letzten Endes auch das Qualitätssiegel „Testsieger GTÜ“.

Testsieger wurde SX 90 plus von Sonax mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“. Auf den Plätzen folgen in der Gesamtbewertung aus Leistung und Preis die „empfehlenswerten“ Produkte (nach Punkten) Ballistol Universalöl gleichauf mit WD 40, gefolgt von CRC 5-56, Caramba 70 Multifunktions-Öl, Nigrin Performance Multi-Öl HyBrid sowie das „bedingt empfehlenswerte“ beko Universal-Öl B10.

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