Änderungsbescheid – Für einige Camper wird die Kfz-Steuer günstiger! Klassifizierung nach Mindeststehhöhe entfällt.

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Besitzer von besonders kompakten Reisemobilen oder gar von umgebauten Vans hatten bisher das Nachsehen bei der Besteuerung ihrer Fahrzeuge. Der Gesetzgeber sah bis zum 12.12.2012 vor, dass die deutlich günstigere Wohnmobil-Steuer nur bei Reisemobilen mit einer „Mindest-steh-höhe“ von 1,70 Meter angesetzt wird. Aufgrund einer Gesetzesänderung zum 12.12.12 kommt es bei der Steuerfestlegung nun nur noch darauf an, dass das Fahrzeug in den Papieren mit der Fahrzeugart „Wohnmobil“ klassifiziert ist. Eine Mindeststehhöhe ist nicht mehr erforderlich.

 

Bedeutsam ist diese Änderung für Halter von Wohnmobilen, die die Mindeststehhöhe nicht aufweisen, in den Papieren aber mit der Fahrzeugart „Wohnmobil“ eingetragen sind: Derartige Fahrzeuge wurden bislang überwiegend entweder als Pkw (nach Hubraum) oder selten auch als Lkw (nach Gewicht) besteuert. Betroffene Fahrzeughalter erhalten einen neuen Kfz-Steuerbescheid, der eine Neufestsetzung der Kfz-Steuer ab 12.12.2012 vorsieht. Allerdings besteht keine Möglichkeit, im Wege des Einspruchs die geänderte Kfz-Besteuerung auch für den Zeitraum vor dem 12.12.2012 zu beanspruchen.

4 KOMMENTARE

  1. heisst ich kann jetz meinen t5 multivan auch umschreiben lassen wenn ich ihn dempentsprechend umbaue? ohne das hochdach nachzurüsten?

    mfg

    • Richtig, Michael. Ist bei Deinem Fahrzeug aufgrund der Ausstattung die Nutzung als Reisemobil gegeben, so ist’s jetzt auch ein Reisemobil. das hochdach ist nun nicht mehr entscheidend, allerdings ist es gerade beim Camping im T5 schon ziemlich nützlich.

  2. mein TÜV labert stetig von der Stehhöhe und will daher meinen T4 nicht als Womo zulassen, selbst wenn ich Küchenblock einbauen würde. Wo finde ich den Gesetzestext von 12.12.2012 damit ich das vorlegen kann????? Vielleicht hilft das ja? und hat jemand einen Tipp wie ich den Küchenblock im T4 korrekt und fest genug einbauen kann? Denn ich habe noch nicht das Schienensystem

    • Lieber Leser,

      Dieser Artikel beschreibt lediglich die „Besteuerung“ von Wohnmobilen seitens der Finanzämter, welche in der Vergangenheit aufgrund fehlender rechtl. Vorgaben unterschiedliche Steuersätze verlangten. Seit dem 12.12.2012 ist dies nun endgültig und rechtskräftig geregelt. Nachzulesen hier: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/kraftstg/gesamt.pdf

      Übersetzt heißt das nur: Fahrzeuge, die vom FA bisher als „unechtes Wohnmobil“ eingestuft wurden, beispielsweise weil die Stehhöhe von 1,70m an der Kochstelle gefehlt hat, werden seit dem 12.12.12 rückwirkend als Wohnmobile versteuert. Der Begriff „unechtes Wohnmobil“ ist im Kfz-Steuerrecht ersatzlos entfallen, zumal es diesen scheinbar ohnehin nur im Kfz-Steuerrecht gab, niemals aber in der Fahrzeugverordnung. (wir konnten ihn dort zumindest nicht finden)

      Ihr Problem ist jedoch die „Klassifizierung“ (sprich Eintragung) als Wohnmobil, welches über aber die Fahrzeugverordnung geschieht und vom TÜV durch Abnahmen geändert werden kann. Diese Thema ist jedoch sehr komplex. Die Definition und Gesetzeslage sieht z.B. wie folgt aus: ZITAT: „Nach § 2 Abs. 2b KraftStG gelten als Wohnmobile Fahrzeuge der Klasse M mit besonderer grundsätzlich fest eingebauter Ausrüstung nach Anhang II Abschnitt A Nr. 5.1 der Richtlinie 70/156/EWG, wenn sie auch zum vorübergehenden Wohnen ausgelegt und gebaut sind, die Bodenfläche des Wohnteils den überwiegenden Teil der gesamten Nutzfläche des Fahrzeugs einnimmt und der Wohnteil eine Stehhöhe von mindestens 170 cm sowohl an der Kochgelegenheit als auch an der Spüle aufweist.“

      Gemäß Richtlinie 70/156/EWG benötigt man also die 1,70 Meter Stehhöhe.

      Betrachtet man nun aber den genannten § 2 Abs. 2b KraftStG unserer Fahrzeugverordnung (klick: http://www.gesetze-im-internet.de/kraftstg/__2.html) wird man feststellen, dass der Absatz 2b in 2012 gestrichen wurde, was für weitere Verwirrung sorgt. Wie Sie sehen, einfacher wirds nicht.

      Lösungsvorschlag: Bringen Sie bei Ihrem TÜV-Prüfer doch mal die „Klassifizierungsgrundlage“ in Erfahrung. Bezieht sich der Prüfer auf das geltende Steuerrecht, dann können Sie ihn höflich darauf hinweisen, dass es dort keine 1,70 Mindeststehhöhe mehr gibt und demnach einer Eintragung evtl. doch nichts im Weg steht. Vorausgesetzt Ihr Fahrzeug verfügt über Küche, Spüle, Bett und Co.

      Viel Glück…

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