Mal ordentlich heizen! Mit Gas oder Diesel? Welche Wohnmobilheizung kommt am besten durch den Winter?

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Moderne Dämmstoffe und effiziente Fahrzeugheizungen machen Campen im Winter nicht nur möglich, sondern vor allem angenehm. Mit ein paar Tricks bleibt die Wärme auch auf Dauer im Reisemobil, allerdings sollte die Wahl des Heizsystems im Idealfall schon vor dem Kauf gut bedacht sein. Die technische Weiterentwicklung im Sektor der Fahrzeugheizung könnte nämlich einen Wandel beim „Brennstoff“ bringen.

Im Prinzip gibt es zwei gängige Systeme: die altbekannte Flüssiggasheizung und weiterentwickelte, moderne Kraftstoffheizungen, wie die Dieselheizung. Zeit für einen Vergleich zwischen dem Platzhirsch mit der Flasche zum Wechseln und dem Newcomersystem per Direktanschluss am Fahrzeugtank.

Beginnen wir gleich bei der Heizdauer und dem bekannten Heizverfahren mittels Gas. Meist dient die separat mitgefĂĽhrte Gasflasche der Versorgung von Kochherd und Heizung. Nutzt man beides intensiv, sind die ĂĽblichen Elf-Kilo-Gasflaschen schneller leer als einem lieb ist, im ordentlichen Heizbetrieb im Winter nach spätestens drei Tagen. Im Idealfall wird dann einfach auf eine frische Flasche „umgeklemmt“, dabei kann’s aber auch schon mal vorkommen, dass man den warmen Innenraum verlassen muss, um an die Versorgungsklappe zu gelangen. Im schlechtesten Fall ist die Gasflasche mitten in der Nacht leer und zu allem Ăśbel gar keine Ersatzflasche zur Hand, was dann wiederum bedeutet, dass sowohl Wohnmobil als auch CampingkĂĽche definitiv kalt bleiben.

Die Versorgung der Heizung mittels Diesel aus dem Fahrzeugtank bietet an dieser Stelle deutlich mehr Reserven, zudem kommt die mitgeführte Gasflasche dann ausschließlich dem Kochen zu Gute und hält entsprechend länger oder kann aus Gewichtsgründen sogar kleiner dimensioniert werden. In Puncto Heizdauer bzw. Kraftstoffvorrat geht der erste Punkt ganz klar an die Kraftstoffheizung.

Nächster Vergleich: Platzbedarf und Gewicht. Fakt ist: Gasflaschen benötigen zusätzlichen Raum im Reisemobil, sind größere Reserven notwendig, umso mehr. Und was Platz braucht bringt meist auch einiges auf die Waage. Wer sich einmal mit dem zulässigen Gesamtgewicht seines Fahrzeugs beschäftigt hat, wird festgestellt haben, dass die Differenz zum Leergewicht und vor allem zum realen Fahrzeuggewicht oftmals gar nicht so groĂź ist wie man denkt. Mit werksseitiger Zusatzausstattung wie Markise, Fahrradträger, Solarpanel und zweiter Batterie bringt ein reguläres 3,5t Wohnmobil gerne mal gute 3.300 Kilo auf die Waage. Bleiben 200 Kilogramm fĂĽr Mitfahrer und Gepäck! Mit schweren Gasflaschen an Bord schwindet noch mal ein erheblicher Teil dieser Zuladung. Ein Vergleichswert: Die mittelgroĂźe Elf-Kilo-Gasflasche hat ein Gesamtgewicht von rund 22 Kilo und das entspricht in etwa dem Kleidungsgewicht von zwei Personen fĂĽr rund 10 Tage „Sommer-Urlaub“, wohlgemerkt Kleidung fĂĽr den Sommer und ohne die „kleine“ Schuhsammlung einer Dame. Mit Blick auf die zulässige Zuladung seines Wohnmobils gilt daher schon abzuwägen – schwere Gasflaschen fĂĽr Wärme transportieren oder doch lieber mehr Verpflegung, Kleidung oder gar zusätzliche WintersportausrĂĽstung einpacken? Der Kraftstoff fĂĽr die Dieselheizung kommt aus dem serienmäßigen Tank, welcher komplett gefĂĽllt im „regulären Leergewicht“ des Fahrzeugs bereits einbezogen ist. In Puncto Gewicht und Zuladung fällt die Gasheizung also schon deutlich zur Last – Vorteil Kraftstoffsysteme.

Weiter geht’s mit Handling und Bedienfreundlichkeit: Für der Gasflaschenwechsel bedarf es zwar keineswegs eines Studiums oder besonderes handwerkliches Geschick, allerdings muss man gerade im Winter relativ oft die Gasflasche tauschen, sprich die Leere abklemmen und eine Volle wieder anklemmen. Die Kraftstoffheizung wird bei der Installation einmalig mit dem Tank verbunden, danach muss lediglich regulär getankt werden. Und Tanken funktioniert weltweit nach dem gleichen Prinzip, mit weltweit gleich genormten Zapfpistolen. Anders sieht es mit den Anschlüssen für Gasflaschen aus, nicht jede Flasche ist mit jedem Anschluss kompatibel, gerade im Ausland findet man teils exotische Verbindungsstücke. Unser Tipp: für den Betrieb einer Gasheizung im Ausland sicherheitshalber spezielle Anschlussadapter im Zubehörhandel besorgen.

Wenn auch der Gasflaschenwechsel kein „großes Ding“ ist, ein gewisser Beigeschmack bleibt, und zwar in Puncto Sicherheit. Denn ob der Anschluss nun wirklich richtig dicht ist sollte stets überprüft werden, wird jedoch oft vernachlässigt. Und da Gas beim Austritt nicht sofort erkennbar ist bleibt hier stets das Risiko eines gefährlichen Brandes bis hin zur Explosion.

Bei den Heizungen mit Kraftstoffversorgung sind die Leitungen und Anschlüsse fest verlegt, sie werden in der Regel nicht verändert und selbst wenn Diesel austritt so ist die Leckage durchaus sichtbar. Zudem ist Diesel schwerer entflammbar als die gängigen Heizgase wie Butan und Propan, welche hochentzündlich sind. Ebenfalls gilt zu bedenken: Propan ist schwerer als Luft und wirkt in hohen Konzentrationen narkotisierend bis erstickend. Läuft nachts die Gasheizung und Propangas tritt unbemerkt aus herrscht akute Erstickungsgefahr. Die Nutzung von Flaschengasen ist sicherlich eine bewährte Methode, allerdings sollte das Hauptventil sicherheitshalber der Gasflasche nur so lange wie nötig und so kurz wie möglich geöffnet sein. Beim Vergleich in Sachen Sicherheit punktet daher die Dieselheizung.

Weiter im Vergleich: Heizleistung – hier spielt weniger der Brennstoff die entscheidende Rolle, sondern eher das Heizungsprinzip. Was jedoch eine gewisse Auswirkung auf einen mollig warmen Camper hat, wäre die Frage: darf ich mein Wohnmobil denn schon während der Fahrt zusätzlich beheizen? Bei der Dieselheizung gibt es dafür keinerlei Einschränkungen. Flüssiggasanlagen, die vor dem 1.1.2007 gebaut und in Betrieb genommen wurden, dürfen ebenfalls während der Fahrt genutzt werden. Gassysteme ab 2007 müssen Druckregler, Schlauchbruchsicherung und Crash-Sensoren verbaut haben und nur dann dürfen sie auch unterwegs mitlaufen. Das Gros der Reisemobile wird’s also auch während der Fahrt schön warm haben im Innenraum.

Wie steht`s um die Ă–ko-Bilanz(en)? Ă–ko-nomisch liegen beide Systeme relativ gleich auf und die Betriebskosten nicht allzu weit auseinander. Ă–ko-logisch gesehen mittlerweile ebenfalls. Die Frage der Abgase der Dieselheizung haben die Ingenieure der Hersteller in intensiv erforscht und deutlich verbessert. Partikelfilter und Katalysatoren halten die Umwelt sauber. Vorreiter auf diesem Gebiet ist die Firma Eberspächer, die ihre Luftheizungen mit einem modernen Oxidations-Katalysator – dem Oxikat – und einem Schalldämpfer ausrĂĽstet, welche neben der Reduzierung der Schadstoffe auf die Nachweisgrenze auch die Geräuschemission deutlich senken.

Fazit: die modernen Kraftstoffheizungen, allen voran die Dieselheizung, können in allen Bereichen und besonders in Sachen Sicherheit und Handling punkten. Für einen unabhängigen Heizungsbetrieb spricht vor allem bei Auslandsreisen alles für die Dieselheizung. Insbesondere kompakten Reisemobilen kommt die platzsparende Bauweise der Kraftstoffheizungen zu Gute, welche sich problemlos in die Fahrzeugtechnik integrieren. Für stationäres Camping, insbesondere mit dem Caravan, bleibt die Nutzung von Gasflaschen weiterhin eine Alternative, aus unserer Sicht aber auch weiterhin ein Sicherheitsrisiko.

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