Fahrradträger-Test: E-Bikes zeigen oft die Grenzen der Transportmöglichkeiten

2

E-Bikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit. So leicht die Fortbewegung für den Fahrer damit ist, so schwer ist die Aufgabe für Radträger, denn E-Bikes bringen gegenüber konventionellen Fahrrädern ordentlich Gewicht auf die Waage. Wie sich Träger in der Praxis schlagen, haben jetzt die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung und der ACE Auto Club Europa getestet. Zehn aktuelle Radträger zur Montage an der Anhängekupplung wurden auf Herz und Nieren geprüft.

Vorab: Die zulässige Stützlast an der Anhängekupplung ist häufig auf 75 Kilo begrenzt. Bei Eigengewichten der geprüften Fahrradträger zwischen 13 und mehr als 24 Kilogramm lässt sich da nicht mal in allen Fällen deren maximale Zuladung von bis zu 60 Kilo voll ausschöpfen. Die beiden aus Sicherheitsgründen ohne Akku getesteten Fahrräder kamen zusammen auf knapp 45 Kilo. Damit war gewichtsmäßig rechtlich alles in Butter. Doch einige Testkandidaten machten dennoch dicke Backen.

GTÜ Fahrradträgertest 2013 (Quelle: GTÜ/Tschovikov/news2do.com)

Gute Noten für Thule, Uebler und Westfalia
Geprüft wurden die Träger in den Punkten Montage, Handhabung und Fahrtest. Die klappbaren und entsprechend klein faltbaren Radträger von Bosal, mft, Uebler, Thule und Westfalia hatten hier Vorteile. Gute Noten vergaben die Prüfer in Sachen Verarbeitungsqualität für die Top 3 von Thule, Uebler und Westfalia, aber auch für Atera und mft. Das Aufsetzen auf die Anhängekupplung ließ sich mit Ueblers X21 und Thules easy fold am bequemsten erledigen. Die besten Noten für die Material schonende, solide und einfache Befestigung der Räder erhielten Atera, mft, Thule und Westfalia.

Ausweichen, Bremsen, Bodenwellen
Im Fahrtest mussten die Fahrradträger Ausweichen mit Tempo 50 in der Pylonengasse, volles Bremsen aus 80 km/h und das Überfahren einer Bodenwellenkombination bei Tempo 60 „überleben“.

Bei der Ausweichübung bewerteten die Tester Eufab, Paulchen und Uebler am besten, die keinerlei Anstalten machten. Die Träger von Atera, Bosal, Fabbri, mft und Thule verdrehten sich unterschiedlich stark, ohne dass jedoch Kontakt mit dem Testfahrzeug entstand. Der Fischer-Träger klopfte indes deutlich hörbar an die Stoßstange und hinterließ auch leichte Spuren am Lack.

 

Als Sonderfall erwies sich der Westfalia-Fahrradträger BC 60, der in zwei Versionen angeliefert worden war. Bis Modelljahr 2012 ist das Verbindungsstück zwischen Radträger und Fahrradrahmenhalter aus Kunststoff. Bei der ab Mai in den Handel gelieferten Produktion des Modelljahres 2013 bestehen diese Greifer aus Aluminium. Ein kleiner Unterschied mit großen Auswirkungen: Der neue Träger verdrehte sich beim Ausweichen folgenlos, die beiden Rahmenhalter des älteren Modells hingegen rissen komplett ab. Westfalia reagierte und sorgt für Nachbesserung des alten Modells sowie eine klare Unterscheidung der beiden Produktlinien.

Zweite Übung: Vollbremsung. Ohne Probleme erneut Eufab, Paulchen und Uebler, aber auch Bosal, Fabbri, Thule und Westfalia. Atera und mft haben leichte Berührung zur Heckklappe. Schlusslicht ist wieder der „kontaktfreudige“ Fischer-Träger.

Gefahr bei Bodenwellen
Die Bodenwellen meisterten Bosal, Eufab, Thule, Uebler und Westfalia tadellos. Atera schaukelte sich zwar bedrohlich auf, eckte aber nicht an. Das mft-Modell nimmt leicht Kontakt auf, und Fischer haut erneut kräftig rein.

Wie gefährlich die nicht vorgeschriebene Extrabefestigung der Fahrradreifen sein kann, zeigt der Bodenwellenversuch mit Paulchen: Das Ausfedern der Hinterachse befördert das hintere der beiden Fahrräder aus den Führungsschienen des Trägers. Das Rad trifft nicht wieder hinein, sondern landet krachend auf der Beleuchtungsanlage.

Absoluter Tiefpunkt im Test: Bei Fabbris Elektro-Bike Exklusiv Deluxe 2 reißen dessen Fahrradrahmenhalter bei der Bodenwellenüberfahrt an beiden Rädern komplett ab. So hängen die Bikes, nur noch an den Felgen gehalten, waagerecht in der Luft.

Fazit der Tester: Radträger mit Bestwerten im Fahrtest sind gerade gut genug.

2 KOMMENTARE

  1. vielen dank für den test, suche gerade einen geeigneten träger und ihr bericht hat meine entscheiden um einiges erleichter

  2. Ja, diese E-Bikes sind um einiges schwerer als die normalen Fahrräder. Man sollte am besten 2 Kupplungen am Auto montieren, damit der Fahrradträger nicht rutschen kann.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

*