Ratgeber Reifen: Der richtige Luftdruck schafft Sicherheit.

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ÜberprĂŒfung des Luftdrucks eines Autoreifens.  Foto: Auto-Medienportal.Net/TÜV SĂŒdReifenplatzer sind bei sachgemĂ€ĂŸer Behandlung der Reifen inzwischen sehr selten geworden. Bei mangelnder Pflege, zu geringem Luftdruck und BeschĂ€digungen beispielsweise durch Bordstein-Kollisionen kann es bei aller technologischen Weiterentwicklung trotzdem noch zur Havarie kommen. Ein Reifenplatzer am vollbelandenen Reisemobil auf der autobahn könnte durchaus schlimme Filgen haben, zumal derartige Erinnerungen an einen Urlaub durch ein paar Maßnahmen verhindert werden können.

Das Horrorszenario Reifenplatzer lĂ€sst sich in der Regel verhindern: „Wer seine Reifen schont, Bordsteinrempler und andere BeschĂ€digungen vermeidet und stets auf den richtigen Luftdruck achtet, kann seine Reifen in der Regel bis an die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern fahren“, sagt Michael Staude von TÜV SĂŒd. Reifen sollten allerdings spĂ€testens nach sechs Jahren ausgetauscht werden.

Die Betriebsanleitung und ein Aufkleber an der Innenseite von Tankklappe oder TĂŒr nennen den vom Autohersteller festgelegten FĂŒlldruck. Weil fast alle Autos mit verschiedenen ReifengrĂ¶ĂŸen gefahren werden dĂŒrfen, gibt es oft auch unterschiedliche Werte fĂŒr die einzelnen Dimensionen. Darauf muss der Autofahrer achten. Einige wenige Autohersteller geben den Druck physikalisch korrekt in der ungewohnten Einheit Kilopascal (kPa) an. Die Umrechnung in das gebrĂ€uchliche Bar ist einfach: 100 kPa entsprechen einem bar.

Die Vorgaben der Autohersteller sollten nicht unterschritten werden. Schon 0,2 bar zu geringer Druck schluckt im Stadtverkehr bis zu fĂŒnf Prozent Sprit. 0,5 bar können einen Liter pro 100 Kilometer kosten und zudem die Sicherheit bei höheren Geschwindigkeiten gefĂ€hrden. Die Werte der Autohersteller sind aber zumeist ein „Komfortluftdruck“. 0,2 bis 0,3 bar mehr schaden keinesfalls. Sehr viel höhere Werte beeinflussen wiederum die Fahreigenschaften negativ und verschleißen die Reifen ungleichmĂ€ĂŸig.

Alle Reifendruckwerte gelten fĂŒr kalte Reifen. Schon Fahrten unter zehn Kilometer erwĂ€rmen die Pneus. Deshalb darf dann keinesfalls Luft abgelassen werden, sondern es sollte eher ein etwas höherer Wert als in der Herstellerinformation empfohlen eingestellt werden (0,1 – 0,3 bar).
FĂŒr lĂ€ngere Fahrten auf der Autobahn empfiehlt TÜV SĂŒd einen 0,3 bar höheren FĂŒlldruck. FĂŒr die schnelle Fahrt ist allerdings nicht generell der Volllast-Druck zu empfehlen. Volllast bezieht sich nĂ€mlich auf die Beladung des Fahrzeugs. Bei grĂ¶ĂŸeren Kombis sind dafĂŒr mitunter Werte nahe an drei Bar vorgesehen, die fĂŒr ein unbeladenes Fahrzeug bei Autobahnfahrten ungeeignet sind.

Wer sein Fahrzeug stark belĂ€dt oder sĂ€mtliche SitzplĂ€tze fĂŒr eine lĂ€ngere Strecke ausnutzt, muss den Reifendruck erhöhen. Gerade bei Reisemobilen mit ihrem hohen Fahrzeuggewicht ist es unablĂ€sslich auf ausreichend FĂŒlldruck zu achten.

WerkstĂ€tten bieten mitunter spezielle ReifenfĂŒllgase an und versprechen dabei auch physikalisch nicht nachvollziehbare Vorteile. Das Geld kann der Autofahrer sparen. Die Reifenindustrie und TÜV SĂŒd sind der Meinung, dass Luft völlig ausreicht. Beim Erhöhen des Luftdrucks zur Volllast-Angleichung steht an der Tankstelle ohnehin nur Luft zur VerfĂŒgung.

Auf Ventilkappen sollte zudem geachtet werden. Sie sind nicht nur zur Zierde da sondern verhindern auch minimalen Luftverlust, der ĂŒber die Zeit bei Ventilen entstehen kann.

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