Radl-Ratgeber: Neue Regeln fĂŒr Fahrradfahrer

0

"Deutschland per Rad entdecken" (Foto: ADFC / Quelle: ampnet)Zweifelsohne: Radfahren gehört genauso zum Campingurlaub wie das gemĂŒtliche Sitzen im Klappstuhl vor dem Reisemobil und das allabendliche Grillduftschnuppern auf dem Campingplatz. Und gerade wer sich nur im Urlaub auf den Drahtesel schwingt, der sollte ĂŒber akutell geltende Regeln fĂŒr Radfahrer gut informiert sein. Seit dem 1. April gelten wieder neue Regeln fĂŒrs Radeln. Die Novelle von 2009 wurde noch einmal ĂŒberarbeitet. Dabei wurde vor allem in Sachen Ampeln fĂŒr Klarheit gesorgt: Bis 2016 mĂŒssen Radfahrer die FußgĂ€ngerampel beachten, wenn es auf Radwegen neben Gehwegen keine Fahrradampel gibt. Mit der Änderung wurden zudem die Bußgelder angehoben. Die wichtigste Änderung der 2009er Novelle allerdings  bleibt: Gekennzeichnete Radwege mĂŒssen benutzt werden! Wer dagegen verstĂ¶ĂŸt, zahlt nun 20 Euro Bußgeld. Ist kein gekennzeichneter Radweg vorhanden, dĂŒrfen Radler auf dem rechten Seitenstreifen unterwegs sein. Was anderswo lĂ€ngst Gang und GĂ€be ist, wird damit auch hierzulande weiter RealitĂ€t: mehr Radfahrer auf der Fahrbahn. „Das bedeutet fĂŒr alle Verkehrsteilnehmer: noch mehr RĂŒcksicht nehmen“, sagt JĂŒrgen Wolz von TÜV SĂŒd.

Paragraph 1 der StVO bleibt auch in der „neuen“ Novelle unverĂ€ndert: Vor- und RĂŒcksichtnahme bleiben oberstes Gebot. Das gilt gleichermaßen fĂŒr alle Verkehrsteilnehmer – gerade, wenn sie dieselbe Fahrbahn benutzen. Angepasste Geschwindigkeit, erhöhte Aufmerksamkeit und defensives Fahren, das ist Autofahrern genauso empfohlen wie Radlern. FĂŒr alle gilt: Der StĂ€rkere nimmt RĂŒcksicht auf den SchwĂ€cheren und lĂ€sst ihm die Vorfahrt. Radfahrer sollten die vermeintliche SchwĂ€che aber nicht als Freibrief zum Missachten aller Regeln nehmen.

"Deutschland per Rad entdecken" (Foto: ADFC / Quelle: ampnet)

Schon seit September 2009 mĂŒssen Radwege benutzt werden, die durch ein entsprechendes Verkehrszeichen (Radsymbol mit oder ohne FußgĂ€ngersymbol auf kreisrundem blauen Schild) gekennzeichnet sind. Ansonsten gilt: Der Radverkehr muss in der Regel die Fahrbahn nutzen. Das gilt fĂŒr die gleiche Fahrtrichtung. Gegen den Verkehr: Linke Radwege dĂŒrfen nur benutzt werden, wenn dies mit dem Schild „Radverkehr frei“ entsprechend erlaubt ist. Wer unerlaubterweise „links“ fĂ€hrt, zahlt 20 Euro Bußgeld.

Bis 2016 mĂŒssen Radfahrer nun noch die FußgĂ€ngerampel beachten, wenn es auf Radwegen neben Gehwegen keine Fahrradampel gibt. Auf dem rechten Seitenstreifen gelten die Ampeln fĂŒr den Fahrverkehr. Weil die GrĂŒn-Phasen fĂŒr den Fahrverkehr in der Regel lĂ€nger sind als fĂŒr FußgĂ€nger, bedeutet das: mehr Vorfahrt fĂŒr die Radler.
Neu ist auch, dass es fĂŒr Kommunen einfacher wird, Einbahnstraßen in die entgegen gesetzte Richtung fĂŒr Radfahrer freizugeben. Zudem gibt es ein neues Sackgassenschild, das die Durchfahrtmöglichkeit fĂŒr Radfahrer anzeigt.

Um nicht sich selbst und andere in Gefahr zu bringen, sollten sich Radfahrer natĂŒrlich penibel an die Verkehrsregeln halten. Den Radweg in verkehrter Richtung befahren, bei Rot ĂŒber die FußgĂ€ngerampel fahren oder mit Musik im Ohr durch die Stadt brausen – in manchen Biker-Kreisen gehört das zum (vermeintlich) „guten Ton“. Dies kann jedoch kritische Situationen heraufbeschwören; und im Falle eines Falles den Versicherungsschutz verwirken. Zu den Pflichten der Radler gehört es zudem, ihr Fortbewegungsmittel auf Verkehrssicherheit zu trimmen. Dazu gehört vor allem auch die Beleuchtung: Wer ohne Licht unterwegs ist, zahlt 20 Euro Bußgeld. In puncto passive Sicherheit empfehlen sich Kleidung in Signalfarben, Radhandschuhe und ein Helm.

Doch auch am Steuer Ihres Kraftfahrzeugs gbit es im Umgang mit Radfahrern einiges zu beachten: Beim Rechtsabbiegen ist der Blick in RĂŒck- und Seitenspiegel sowie zur rechten Seite (toter Winkel) Autofahrer-Pflicht, um nicht einen geradeaus fahrenden Drahtesel zu ĂŒbersehen. Radfahrer wiederum sollten bedenken, dass speziell bei Lkw der tote Winkel sehr groß ausfĂ€llt und es deshalb auch bei Vorfahrt dringend geboten ist, darauf zu achten, dass der Lkw-Fahrer den Radler auch bemerkt hat.

Wer am Straßenrand parkt, sollte sich vor dem Öffnen der BeifahrertĂŒr vergewissern, dass der angrenzende Radweg wirklich frei ist. Und von parkenden Wagen frei bleiben sollte der Radstreifen auf jeden Fall. Beim Einfahren in eine Vorfahrtsstraße nicht nur auf passierende Autos schauen, sondern auch auf Radler aus beiden Richtungen. Und von Letzteren ist mancher viel schneller unterwegs als gedacht. Das gilt besonders auch fĂŒr Pedelecs. Ein Schwenk in eine Einbahnstraße: Die dĂŒrfen Fahrradfahrer nun noch öfter in beiden Richtungen benutzen – daran ist am Autosteuer ebenfalls zu denken.

Ist der Radfahrer auf der Autostraße unterwegs, sollten Autofahrer beim Überholen auf jeden Fall weiter ordentlich Abstand halten. Mindestens eineinhalb Meter Sicherheitsabstand sind vorgeschrieben, wissen die Verkehrsfachleute von TÜV SĂŒd.

"Deutschland per Rad entdecken" (Foto: ADFC / Quelle: ampnet)

Wenn Rennradfahrer auf Tour sind, immer im Hinterkopf haben, dass sie angesichts der dĂŒnnen Reifen darauf bedacht sind, Steinen oder Schlaglöchern auszuweichen. Und beim Überholen auf der Landstraße ist auch zu bedenken, dass beispielsweise böige Seitenwinde den Sportler schnell mal um einen halben Meter in Richtung Fahrbahnmitte drĂ€ngen können. Vom einzelnen Biker zur Gruppe: Sind mehr als 15 Radfahrer gemeinsam unterwegs, dĂŒrfen sie als geschlossener Verband fahren. Das heißt: Zweierreihen sind erlaubt.

Ob einzelner Biker oder Gruppe, BĂŒroradler oder Freizeitsportler: Auf die Schmutzwasserdusche verzichten alle gerne. Deshalb bei schlechtem Wetter Extraabstand halten, so der Aufruf von TÜV SĂŒd an die Autofahrer.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

*