Aufgepasst: Auto-Versicherungen kürzen vermehrt berechtigte Ansprüche.

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Auto-Versicherungen: Berechtigte Ansprüche werden einfach gekürzt: Foto: dpp-AutoReporterDie Versicherer versuchen immer häufiger, Unfallopfern berechtigte Schadenersatzansprüche zusammenzustreichen. Die Zeitschrift auto motor und sport rät Geschädigten, die Erstattungsangebote der Versicherer mit Hilfe eines Rechtsanwaltes zu prüfen. Häufig werden sogar die gängigsten Positionen gekürzt, die bei praktisch jedem Unfall vorkommen. So reduzieren Versicherungen oft die Ansätze für Ersatzteile, Lohnkosten der Werkstatt und für Reparaturen wie die Lackierung von Fahrzeugteilen. Oft werden sogar Kosten wie die Erstattung für Haushaltshilfen arbeitsunfähiger Unfallopfer nicht freiwillig voll erstattet.

Nach Beobachtung des Aschaffenburger Verkehrsrechtsanwaltes Frank Häcker nutzen die Versicherungen aus, dass ein relativ großer Anteil der Autofahrer nicht rechtsschutzversichert ist und deshalb einen Rechtsstreit mit der Versicherung scheut. „Man wartet ab, ob der Geschädigte tatsächlich seine Ansprüche einklagen will“, sagte Häcker der Zeitschrift. Jährlich gibt es rund 3,5 Millionen Haftpflichtschäden mit einem Volumen von rund 9,3 Milliarden Euro. Branchenkenner gehen davon aus, dass die Versicherungen jährlich dreistellige Millionenbeträge auf Kosten der Unfallgeschädigten verdienen.

Häcker hat beobachtet, dass Versicherungen zunehmend den Schadenersatz für ältere Fahrzeuge einfach um die Mehrwertsteuer kürzen. „Bei älteren Autos ist kein Steuerabzug möglich, weil sie auf dem seriösen Markt praktisch nicht zu haben sind“, so Häcker. Nur bei Totalschäden neuwertiger Fahrzeuge falle bei der Wiederbeschaffung abzugsfähige Umsatzsteuer an.

Oft zu niedrig sind auch die Restwertangebote bei einem Totalschaden. Das schädigt vor allem diejenigen, die ihr Auto reparieren lassen wollen, auch wenn das Auto laut Versicherung ein wirtschaftlicher Totalschaden ist. Verbreitet ist auch die Taktik, den Rotstift bei durch Unfall beschädigte Gegenstände anzusetzen. Müssen der defekte Kindersitz, die zerbrochene Brille oder ein Helm ersetzt werden, dürfen Versicherungen keine Abzüge machen mit dem Argument, dass sie eine Gebrauchtware nicht zum Neuwert ersetzen. Solche Abzüge seien unzulässig, so Häcker.

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