Verkehrsrecht: Bis zu jede zehnte Tempomessung ist falsch

0

Viele m√∂gliche Fehlerquellen gibt es bei Blitzanlagen. Foto: dpp-Auto-ReporterViele Radaranlagen blitzen Autofahrer zu Unrecht. „Bis zu zehn Prozent aller Geschwindigkeitsmessungen haben Fehler, die zum Teil auch die Messwertergebnisse selbst betreffen“, sagt der Verkehrs-Sachverst√§ndige Roland Bladt gegen√ľber Auto Bild.

Etwa 300 Gutachten erstellt Bladt pro Jahr im Auftrag von Gerichten. Auch
Hans-Peter Gr√ľn, ebenfalls Sachverst√§ndiger, sind bei Blitzern auf den deutschen Stra√üen „massive Hinweise auf unklare Messergebnisse aufgefallen“. Aufgrund falsch aufgebauter Ger√§te, ungeeigneter Messstellen und fehlerhafter Auswertungen w√ľrden t√§glich unberechtigte Bu√ügeldbescheide verschickt.

Die √úberpr√ľfung verd√§chtiger Messungen gestaltet sich f√ľr Gutachter oft schwierig. Der Grund: Hersteller von Blitzanlagen halten die Berechnungsgrundlagen und Funktionsweisen ihrer Ger√§te geheim. „Wir Sachverst√§ndigen wissen bei keinem System, wie der jeweilige Messalgorithmus arbeitet“, so Bladt.

Legt ein Autofahrer Einspruch gegen ein Kn√∂llchen ein, kann sich dieser Umstand allerdings zu seinen Gunsten auswirken. Denn ohne die Kenntnis der genauen Funktionsweise k√∂nnen auch von einem Gericht hinzugezogene Sachverst√§ndige die Messungen nicht nachvollziehen. In den vergangenen Jahren kam es deshalb mehrfach zur Verfahrenseinstellung oder zu Freispr√ľchen.

Auto Bild r√§t: Wer sich zu Unrecht geblitzt f√ľhlt, sollte sich einen Anwalt nehmen. Denn nur der hat Akteneinsicht, kann also das Beweisfoto und weitere Unterlagen wie das Messprotokoll einsehen. Finden sich Anhaltspunkte f√ľr einen oder gleich mehrere Fehler, kann der Anwalt Einspruch gegen den Bu√ügeldbescheid einlegen – und es kann zu einer Verhandlung vor Gericht kommen.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

*