Sicherheitscheck – Hauptuntersuchung bei Caravan und Wohnmobil

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Sicherheit fĂŒr Caravan und Wohnmobil. Foto: dpp-AutoReporterSchwarzwald, Ostsee, SĂŒdfrankreich, Nordkap: Fahrer von Reisemobilen und WohnanhĂ€ngern kennen (fast) keine Grenzen mehr. Rund eine Million Wohnmobile und WohnanhĂ€nger sind auf unseren Straßen zugelassen. Den Löwenanteil stellen dabei die WohnanhĂ€nger. Wohnmobile und WohnÂŹanhĂ€nger (Caravan) sind in der Regel nur fĂŒr wenige Wochen pro Jahr im Einsatz, in dieser Zeit aber auf langen Strecken unterwegs und aus verschiedenen GrĂŒnden besonderen Belastungen ausgesetzt. Ein Blick darauf ist unbedingt im Interesse der Verkehrssicherheit. Die KÜS-PrĂŒfingenieure kennen aus den entsprechenden Hauptuntersuchungen die Besonderheiten und halten, pĂŒnktlich zu Beginn der Reisesaison, wertvolle Hinweise bereit.

Caravans weisen nicht selten bei Bremsanlagen und Lichtanlagen HU-relevante MĂ€ngel auf. Rost, defekte Leitungen und Probleme mit den ÜberÂŹtragungseinrichtungen kommen hĂ€ufig vor. Im Visier der KÜS-PrĂŒfingenieure sind immer auch Deichsel, StĂŒtzrad, Abreißseil und Zugkugelkupplung – typische Gefahrenquellen durch den unvermeidlichen Verschleiß. Und wie bei allen Fahrzeugen ist das Reifenprofil, oftmals vom Verbraucher unterschĂ€tzt, von Bedeutung: 1,6 Millimeter mĂŒssen es per Gesetz sein, 3 Millimeter empfehlen die KÜS-PrĂŒfingenieure. Achtung: Caravans, die nach der 9. Ausnahmeverordnung der deutschen StVO eine 100-km/h-Zulassung haben, dĂŒrfen mit maximal sechs Jahre alten Reifen gefahren werden. Andernfalls gilt der Ausnahmestatus nicht. Das Reifenalter ist an der DOT-Nummer zu erkennen.

Wohnmobile sind per Gesetz klar definiert – als Fahrzeuge der Klasse M (Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung) mit besonderer Zweckbestimmung. Sie ermöglichen die Unterbringung von Personen und sind mindestens ausgerĂŒstet mit Tisch, Sitzgelegenheiten, Schlafgelegenheiten, die u. U. tagsĂŒber als Sitze dienen können, Kochgelegenheit und Einrichtungen zur Unterbringung von GepĂ€ck und sonstigen mitgefĂŒhrten GegenstĂ€nden. Der Tisch kann leicht zu entfernen sein, alle anderen genannten AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde mĂŒssen im Wohnbereich fest angebracht sein. Fehlt diese AusrĂŒstung auch nur zum Teil, kann bei der HU keine Plakette erteilt werden! Gleiches gilt fĂŒr Kombis, Transporter und Multivans, die fĂŒr steuerliche VergĂŒnstigungen zu Wohnmobilen umgerĂŒstet wurden.

Wie bei anderen Fahrzeugen ergeben sich die SteuersĂ€tze von Wohnmobilen – anders als frĂŒher – ĂŒber die Schadstoffklassen, nicht mehr nur aus dem Fahrzeuggewicht. Mögliche Folge ist eine Verteuerung von Fahrzeugen, deren ursprĂŒngliche Einstufung durch vorgenommene VerĂ€nderungen nicht mehr gilt.

Lichtanlage, Bremsanlage und Abgasanlage sind hÀufige HU-MÀngelquellen, ebenso wie die Bereifung, zu der bei Wohnmobilen eine Besonderheit beachtet werden muss. Sie sind oft mit verstÀrkten Reifen ausgestattet. Das sind Reinforced-Reifen (VerstÀrkung an der Seitenflanke) und C-Reifen (VerstÀrkung in der LaufflÀche). Diese Reifen verhalten sich sehr unterschiedlich. Konsequenz: Die Bereifung am Wohnmobil muss einheitlich und der Luftdruck beim C-Reifen erheblich höher sein. Schlimmste Folge eines zu niedrigen Reifendrucks kann ein Reifenplatzer sein.

Reisemobile unterliegen bei der Hauptuntersuchung speziellen Regeln, da MĂ€ngel an Fahrzeugen dieser GrĂ¶ĂŸe und Schwere zu besonders gravierenden VerkehrsunfĂ€llen fĂŒhren können. Wohnmobile bis 3,5 Tonnen mĂŒssen im Anschluss an die Erstzulassung nach 36 Monaten vorgestellt werden, danach alle 24 Monate. Fahrzeuge mit einem Gewicht zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen haben nach zwei Jahren ihren ersten HU-Termin, danach mĂŒssen sie weiterhin im Zwei-Jahres-Takt vorgestellt werden. Diese Regelung gilt bis zum 6. Jahr, danach erfolgt eine jĂ€hrliche PrĂŒfung. Wohnmobile mit mehr als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht mĂŒssen grundsĂ€tzlich alle 12 Monate zur Hauptuntersuchung.

Bei Caravan und Wohnmobil steht immer die FlĂŒssiggasanlage im Fokus der PrĂŒfer. Sie dient dem Betrieb der per Definition vorgeschriebenen KĂŒcheneinrichtung (nicht dem Fahrzeugantrieb). Sie muss mindestens im Zwei-Jahres-Abstand untersucht werden. Damit es zur ebenfalls vorgeschriebenen PrĂŒfbescheinigung kommt, muss u. a. eine Trennung von Wohnraum und Fahrgastraum durch eine Wand gegeben sein. Gasflaschen, -kĂ€sten und die EntlĂŒftungsöffnungen sollten frei zugĂ€nglich sein. Im Innenraum werden die Schlauchleitungen, Druckregler und die AnschlĂŒsse der Gasflaschen (die höchstens zehn Jahre alt sein dĂŒrfen) auf Funktion und Dichtigkeit geprĂŒft. Bei einem Brandschaden nehmen Versicherungen als Erstes Einsicht in die GasprĂŒfbescheinigung vor. Diese PrĂŒfung kann ĂŒbrigens zusammen mit der Hauptuntersuchung durchgefĂŒhrt werden. (dpp-AutoReporter)

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