Backpacker (Guide): Ich packe meinen Rucksack und nehme mit


2

Also gut, heute lassen wir das Wohnmobil mal stehen und gehen zur Abwechslung nur mit einem Rucksack auf die Reise. Backpacking nennt sich das ganze und ist fĂŒr viele der Inbegriff von Freiheit, AuthentizitĂ€t und Abenteuer. Ich stimme an dieser Stelle einfach mal zu, denn ich selbst bin seit Jahren begeisterte Backpackerin.

Die ersten Erfahrungen als Backpacker sammelte ich als angehende Studentin. Und das eigentlich nur aufgrund meines knappen Reisebudgets. Nach der ersten Woche war ich ĂŒberzeugt und seither ist Backpacking fĂŒr mich die perfekte Art zu reisen.

Backpacker

Pauschalreisen, All Inclusive Clubs und ĂŒberfĂŒllte HotelstrĂ€nde waren noch nie mein Ding. Klar, manche brauchen diese gewisse Struktur, die eine feste Buchung mit sich bringt. Ich aber brauche die Freiheit! Ich mag es, nicht zu wissen, wo ich nĂ€chste Woche sein werde und was morgen so passiert. Wenn es mir an einem Ort gefĂ€llt, dann bleibe ich etwas lĂ€nger, wenn nicht, ziehe ich eben sofort wieder weiter
. Ich liebe die SpontanitĂ€t. Und wenn ich die letzten Jahre eines gelernt habe, dann, dass all zu viele PlĂ€ne nichts bringen. Es kommt sowieso anders, als man denkt! Und warum auf Reisen gehen, wenn man dann genauso lebt wie zuhause?

Auf meinen Touren durch die unterschiedlichsten LĂ€nder, habe ich in den letzten Jahren viele spannende Kulturen und Menschen kennengelernt. Diese Erfahrungen möchte ich auf gar keinen Fall missen. Auf ĂŒbermĂ€ĂŸigen Luxus muss man bei dieser Art zu reisen natĂŒrlich oftmals verzichten. Aber mit den richtigen Dingen im GepĂ€ck, kann man es sich dann doch recht komfortabel machen.

Kleiner Packing Guide fĂŒr Backpacker und solche, die es werden wollen

Das Wichtigste, das ist ganz klar, ist das richtige GepĂ€ck, denn ihr werdet es fĂŒr lange Zeit mit euch herumschleppen. WĂ€hlt also einen Rucksack, der bequem zu tragen und im Idealfall exakt an euren RĂŒcken anzupassen ist. Super wichtig: Ein relativ geringes Eigengewicht! Selbst wenn man sich auf ein Minimum beschrĂ€nkt, kommen da bei einer lĂ€ngeren Reise einige Kilos an GepĂ€ck zusammen. Achtet auch unbedingt auf mehrere separate FĂ€cher und Außentaschen. So mĂŒsst ihr nicht immer das gesamte GepĂ€ck durchwĂŒhlen, wenn ihr nach etwas Bestimmtem (Reisepass, ZahnbĂŒrste, Kopfschmerztabletten
etc
.) sucht.

Backpacker

Ich persönlich nutze fĂŒr meine Reisen den Youkon Trekking Rucksack von McKinley. Ein sicherlich sehr hilfreicher Aspekt: der Rucksack kann von 60 l auf 70 l erweitert werden. Kleiner Tipp am Rande: Versucht trotzdem erst einmal nur die 60 l zu befĂŒllen, dann habt ihr spĂ€ter noch genug Platz fĂŒr Proviant und Souvenirs. Man weiß ja nie, was man unterwegs so alles findet


Ich packe meinen Rucksack und nehme mit


Damit wĂ€ren wir auch schon beim nĂ€chsten Punkt: Welche Kleidung sollte man auf jeden Fall dabei haben? Mir persönlich fiel es am Anfang sehr schwer, mich auf die wesentlichen Dinge zu beschrĂ€nken. Das ging mir ja oft schon bei „normalen“ Urlauben so, und viele (MĂ€dels!) kennen dieses Problem sicherlich auch. Deshalb gehört einiges an Erfahrung dazu, genau zu wissen, welche Kleidung wirklich Sinn macht und was man getrost mal fĂŒr ein paar Wochen im Schrank lassen kann.

Immer dabei habe ich ein Paar Jeans und mehrere T-Shirts mit unterschiedlichen ÄrmellĂ€ngen. Hierbei wĂ€hle ich die kurzĂ€rmeligen Shirts eher eng und die langĂ€rmeligen etwas weiter, damit man bei Bedarf eine Art Lagenlook tragen kann.

Sollte es doch mal kĂ€lter werden, und ja, selbst in tropischen Gebieten wird es nachts oft kalt oder es regnet (
und davon wurde schon so mancher Traveler ĂŒberrascht oder „kalt erwischt“), habe ich zusĂ€tzlich immer noch eine leichte Regenjacke mit Kapuze und eine atmungsaktive Fleece-Jacke im GepĂ€ck. FĂŒr lĂ€ngere Touren zu Fuß hat sich auch eine wasserabweisende Hose aus leichtem Stoff bewĂ€hrt.

Backpacker

Aus Erfahrung habe ich gelernt: Schuhe braucht man eigentlich nur zwei Paar. Ein Paar bequeme, offene Schuhe fĂŒr heiße Tage und ein Paar feste Schuhe – am besten natĂŒrlich Trekkingschuhe – fĂŒr lĂ€ngere Strecken zur Fuß. Mehr wĂŒrde ich auf keinen Fall mitnehmen, auch wenn es schwer fĂ€llt. Denn Schuhe haben ja ordentlich Gewicht. Und nach ein paar Tagen mit Rucksack auf dem RĂŒcken, ist man froh um jedes Gramm, das man nicht schleppen muss.

Auch wenn ihr geplant habt, die meiste Zeit in Hostels zu schlafen, darf eine vernĂŒnftige, praktische GrundausrĂŒstung auf keinen Fall fehlen. Denn oft kommt es auf solchen Reisen anders als geplant. Und das ist ja auch gerade das Spannende daran. In manchen Gegenden fĂ€hrt nur alle 12 Stunden ein Bus. Und dann oftmals weder pĂŒnktlich, noch bis ganz zum eigentlichen Ziel.

Folgende Dinge solltet ihr immer mit dabei haben: Ein multifunktionales Taschenmesser (besonders Dosenöffner und Korkenzieher haben sich auf meinen Reisen stets positiv bewĂ€hrt), Insektenschutz, eine SchĂŒssel und Essbesteck, ein Handtuch, eine Taschenlampe (zumindest fĂŒr diejenigen unter euch, die dafĂŒr nicht schon lĂ€ngst eine App nutzen), eine leichte, robuste Trinkflasche, Streichhölzer, ein kleines Wörterbuch, eine zusĂ€tzliche Tasche fĂŒr AusflĂŒge, sowie die wichtigsten Toilettenartikel und eine kleine Reiseapotheke fĂŒr NotfĂ€lle.

Auch einen Schlafsack wĂŒrde ich jedem Backpacker dringend empfehlen. Denn selbst in Hostels tummelt sich manchmal so einiges unter den Matratzen. Auch hier gilt wieder: Achtet darauf, dass euer Schlafsack schön leicht ist. Gut geeignet ist ein Sommerschlafsack, der aber gleichzeitig vor KĂ€lte schĂŒtzt. So seid ihr optimal fĂŒr jede Wettersituation gerĂŒstet. Ein gutes Beispiel ist der  Mumien-Schlafsack „X-Treme Light 600II“ von McKinley. Dieser Sommerschlafsack ist, wie der Name schon sagt, extrem leicht (nur 600g Gewicht) und hĂ€lt auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schön warm.

Backpacker

NatĂŒrlich ist das jetzt nur eine minimale GrundausrĂŒstung, die je nach eigenem Belieben erweitert werden kann. So wĂŒrde ich es zum Beispiel nie ĂŒbers Herz bringen, trotz unberĂŒhrter Natur, auf meinen MP3 Player zu verzichten, und auch Ohropax reist mittlerweile immer mit.

Mir ist klar, dass nicht jedem diese Art zu reisen zusagt (manche brauchen auch das Luxushotel und sollen es auch haben). Ich fĂŒr meinen Teil kann es aber nur empfehlen. Und vielleicht hat ja doch jemand Lust bekommen, das Wohnmobil mal gegen einen Rucksack einzutauschen.

2 KOMMENTARE

  1. Der Artikel spricht mir echt aus der Seele. Hab letztes Jahr eine Backpacker-Tour durch Neuseeland gemacht, war super schön. Das GefĂŒhl von UnabhĂ€ngigkeit und Freiheit ist echt unbezahlbar, da nimmt man so manche Strapaze gern in Kauf. Auf dem Weg zum Wanaka-See hat uns ein Platzregen erwischt, wir waren bis auf die UnterwĂ€sche nass, aber that`s life. FĂŒr die nĂ€chsten Touren steht ein Regencape ganz oben auf der Liste 😉

  2. Beim Lesen dieses Beitrags kriegt man ja richtig Lust, selbst mal wieder mit dem Rucksack loszuziehen, auch wenn meine Studienzeit schon einige JĂ€hrchen zurĂŒckliegt! Ich denke, mit den heutigen AusrĂŒstungsmöglichkeiten ist jetzt so manches auch komfortabler und leichter zu bewĂ€ltigen. Aber bereuen wird es nach wie vor sicherlich niemand, der je als Backpacker unterwegs war!!!!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT


*