(Fern)Reisemobil – Unimog Langer & Bock U362.I

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Unimog Reisemobil Langer & Bock U362.I. (Quelle: ampnet/Langer & Bock)Einst war der Unimog das bevorzugte Reisemobil-Basisfahrzeug fĂŒr Generationen von Fernreisende, die lieber die alte GrĂ€berstraße statt der deutschen Barockstraße befuhren. Kurz, er war erste Wahl, wenn es weit weg gehen sollte. Er bietet mehr Platz als ein reiner GelĂ€ndewagen und ist nicht so unhandlich und groß wie ein allradgetriebener Lkw wie etwa der in der Szene immer beliebter werdende MAN Kat I. Mittlerweile ist es in der Szene der Globetrotter um den Unimog ruhiger geworden, er ist heute als Neufahrzeug fĂŒr Globetrotter fast rar geworden. Mit dem U362.I stellen Langer & Bock aus dem rund 40 Kilometer von Stuttgart gelegenen Göppingen auf Basis des hochgelĂ€ndegĂ€ngigen Unimog U 1550 L mit seinem drehmomentstarken 6,0-Liter-Diesel nun ein Expeditionsmobil mit einem kompakten Kofferaufbau in GfK-Technologie auf die bewĂ€hrten RĂ€der.

Michael Langer und Achim Bock widmen sich seit dem Jahre 1990 voll und ganz dem Bau exklusiver Expeditions- und Fernreise-Mobile. Bis heute haben der gelernte Schreiner und der Fahrzeugbau-Meister in ihrer Werkstatt im Schwabenland mehr als 150 gelĂ€ndegĂ€ngige Reisefahrzeuge fĂŒr abenteuerlustige Kunden auf die grobstolligen RĂ€der gestellt. Langer & Bock, das ist eine kleine, aber hochgradig spezialisierte Firma.

Unimog Reisemobil Langer & Bock U362.I. (Quelle: ampnet/Langer & Bock)

Michael Langer und Achim Bock setzen fĂŒr ihre neueste Kreation auf den extrem gelĂ€ndegĂ€ngigen Unimog U 1550 L mit Allradantrieb, Portalachsen und Differenzialsperren an beiden Achsen als Basisfahrzeug. Auf den flexiblen Leiterrahmen packen sie einen kompakten Wohnaufbau, fĂŒr den erstmals ein völlig neues GfK-Plattenmaterial eingesetzt wird, das leichter, stabiler und besser isoliert sein soll als die konventionellen Sandwich-Platten. WĂ€nde, Dach und Boden des Wohnkoffers sind kĂ€ltebrĂŒckenfrei verbunden, die TĂŒren, Klappen und Fenster mit hochwertigen Dichtungen ausgestattet, die Staub und Wasser draußen halten. Mit einer LĂ€nge von sechs Metern, 2,3 Metern Breite und einer Höhe von 335 Zentimetern ist selbst das Befahren schwieriger GelĂ€ndepassagen problemlos möglich – aber auch durch die Stadt lĂ€sst sich der Allradler mit dem Stern an der Haube noch recht entspannt manövrieren. Handgefertigt sind die Isolierglasfenster mit ihrer ArgonfĂŒllung, die in jeder Position sicher arretieren. Liebe zum Detail zeigt sich auch bei der Befestigung der zahlreichen Zubehörteile: Dachluken, Solarzellen, Antennen und TrĂ€gersysteme kommen – speziell im Dachbereich – ohne Befestigungslöcher aus, die potenzielle Fehlerquellen fĂŒr einen Wassereinbruch darstellen könnten. Die neu entwickelte Tischkonstruktion erlaubt einen freien Durchgang vom Wohnbereich zur Fahrerkabine.

Unimog Reisemobil Langer & Bock U362.I. (Quelle: ampnet/Langer & Bock)

Im Gegensatz zur nĂŒchternen und zweckorientierten Optik des kantig gestylten Unimogs und seines Aufbaus zeigt sich sich der Innenraum des Aufbaus recht wohnlich und mit edlem, aber robustem Material ausgestattet. Den Korpus fĂŒr die Möbel bilden Leichtbauplatten mit Hochglanz-OberflĂ€chen und BeschlĂ€gen aus Edelstahl. Die Materialien fĂŒr KĂŒche, Arbeitstisch und Innenrahmen der Fenster bestehen aus farblich darauf abgestimmtem Mineralwerkstoff. Höchst nobel und das optische Highlight des Fernreise-Mobils ist der pflegeleichte Boden aus echtem Kaschmir-Granit, der auf einer TrĂ€gerplatte aus Aluminium verklebt ist. So soll eine möglichst gleichmĂ€ĂŸige WĂ€rmeverteilung der Fußbodenheizung erreicht werden. Schließlich kann es in den Anden, in Alaska oder den witen Sibiriens ja schon einmal arg kalt werden. Und damit die neuen Eigner auch nirgendwo frieren mĂŒssen in ihrer rollenden Behausung, sind gleich zwei voneinander unabhĂ€ngige Warmwasser-heizungen fĂŒr den Wohn- und SanitĂ€rbereich eingebaut. Sie können von verschiedenen Energiequellen versorgt werden, sind fĂŒr Höhen bis 5000 Meter ausgelegt und verfĂŒgen ĂŒber eine Motor- und AufbauvorwĂ€rmung.

Unimog Reisemobil Langer & Bock U362.I. (Quelle: ampnet/Langer & Bock)

Auch ansonsten ist der Unimog mit der etwas sperrigen Modellbezeichnung LB-U362.I bestens ausgestattet. Die KĂŒche punktet mit einem Induktionsherd sowie einem Mikrowellen-Ofen mit Backfunktion, auf Maß gefertigt sind der in GfK-Bauweise hergestellte Kompressor-KĂŒhlschrank und die bis minus 22 Grad kĂŒhlende TiefkĂŒhlbox. Ein 20 Liter Schiffsboiler sorgt fĂŒr Warmwasser, selbst eine kleine Waschmaschine ist im Wohnaufbau fest einlaminiert.

Mit an Bord sind auch eine 600 Watt-Solaranlage, ein KombiladegerĂ€t mit 3,5 KW / 230 V Wechselrichter und eine Ladeeinspeisung fĂŒr 230 und 110 V, fĂŒr Europa und Amerika. Die Bordelektrik ist auf 230 V / 24 V / 12 V ausgelegt, alle Leuchtmittel sind in LED-Technik gehalten.

Unimog Reisemobil Langer & Bock U362.I. (Quelle: ampnet/Langer & Bock)

AusgeklĂŒgelt und fĂŒr den Einsatz abseits befestigter Straßen ausgelegt ist auch die Wasseranlage. Der 400 Liter fassende Frischwassertank ist konventionell oder Druck-befĂŒllbar, je nach WasserqualitĂ€t ist die 3-Filter Entkeimungsanlage individuell bestĂŒckbar.

Optisch auffallende Sonderausstattungen des Fahrzeugs sind die Stoßstange mit Xenon-Scheinwerfern, der Leichtbau-DachtrĂ€ger mit Reserveradhalterung und Lastenkran sowie die abschließbare Sandblechhalterung. Und damit der Unimog auch eine Reichweite hat, die ihn jenseits eines gut ausgebauten Tankstellen-Netzes unabhĂ€ngig macht, ist eine 500 Liter Kraftstoff fassende Aluminium-Tankanlage montiert.

So viel Technik und Know-how gibt es natĂŒrlich nicht zum Spar-Tarif. Der Preis liegt bei 386.450 Euro – eine gewaltige Summe. Warum Langer&Bock bei der Typbezeichnung ebenso zahlengewaltig vorgegangen sind und dieses Fern-Reisemobil LB-U362.I getauft haben, hat sich uns bisher nicht ganz erschlossen.

Unimog Reisemobil Langer & Bock U362.I. (Quelle: ampnet/Langer & Bock)(ampnet/gp)

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