Reisemobil-Test – VW T5 Spacecamper Classic

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Spacecamper Classic. Foto: Auto-Medienportal.Net/Prien Seit fast einem Jahrzehnt baut Spacecamper Reisemobile auf Basis des VW Bus T5. Eines der Modelle aus Darmstadt ist der Spacecamper Classic. Der Grundriß, der seit Beginn der Firma im Programm ist, bietet ein Doppelbett unten und eine LiegeflĂ€che fĂŒr zwei im aufstellbaren Schlafdach. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Kleiderschrank linksseitig im Heck, KĂŒche mit SpĂŒle und einem Klapptisch, der gleichzeitig als Abdeckung des KĂŒchenschranks dient, einen herausnehmbaren Kocher mit Gaskartusche sowie eine Außendusche mit Steckverbindung. Im Falle des Testwagens kommt ein strombetriebener integrierter Warmwasserboiler mit drei Litern Inhalt hinzu.

Spacecamper verzichtet ganz bewusst auf ein Schienensystem zum Verschieben der Sitzbank, die drei Mitreisenden Platz bietet. Die Sicherheitsgurte sind an den Original-Karosseriepunkten aufgehĂ€ngt und umgelenkt. Auch ohne Hilfe einer zweiten Person lassen sich Lehne und SitzflĂ€che einzeln herausnehmen, in wenigen Minuten steht der Classic so als Transporter fĂŒr anfallende Speditionsaufgaben zur VerfĂŒgung.

Spacecamper Classic. Foto: Auto-Medienportal.Net/Prien

Der Umbau der Sitzbank zur LiegeflĂ€che gestaltet sich höchst simpel: Die RĂŒckenlehne wird auf die SitzflĂ€che geklappt, ein zusĂ€tzlicher Keil wird die KopfstĂŒtzen gelegt, das war’s dann auch schon. Die LiegeflĂ€che ist 205 x 130 cm groß und eben, der Schlafkomfort perfekt. Unterm Dach geht es bei Abmessungen von 195 x 110 cm etwas knapper zu.

Das Aufstellen des Schlafdachs gelingt recht einfach, das Schließen erfordert ein wenig Geschicklichkeit und Kraft. Links und rechts rasten zwei Sicherungszapfen ein, eine zusĂ€tzliche Sicherung per Gurtschloss könnte allerdings nicht schaden. Eine nette Idee ist der vorne zu öffnende Teil des Zeltbalgs, durch den die Schlafstatt zu einem „Hochsitz“ mit bester Aussicht mutiert. Weniger schön ist, dass sich auf der Dachschale Regen sammelt, der beim Losfahren und bei geöffnetem Fenster in die Ablageschalen der TĂŒren fließt.

Spacecamper Classic. Foto: Auto-Medienportal.Net/Prien

Pfiffig ist das trickreiche KĂŒchenmodul, durch das die Sitzbank fĂŒr drei Mitreisende tauglich wird. Auch fĂŒr den auf der Fahrerseite sitzenden Fahrgast ist ĂŒber der transportablen Kompressor-KĂŒhlbox noch ausreichend Platz im Schulterbereich, das 38 Zentimeter tiefe und 55 Zentimeter breite KĂŒchenmodul erlaubt auch hinreichend Beinfreiheit. Die SchranktĂŒr des KĂŒchenblocks dient, von einem fixierbaren GasdruckdĂ€mpfer gehalten, gleichzeitig als Tisch. KlassenĂŒblich ist die kleine SpĂŒle, beim Kocher setzt Spacecamper auf einen transportablen Einflamm-Kocher mit Gaskartusche. So kann das FrĂŒhstĂŒck oder Abendessen bei gutem Wetter auch draußen zubereitet werden.

Dass Spacecamper-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ben Wawra gut ein Jahr in einem seiner Fahrzeuge lebte, merkt man dem Ausbau an. Etwa an dem in der Innenverkleidung der Heckklappe untergebrachten Heckzelt, das in Kombination mit einer Außendusche als Duschkabine dienen kann. Oder an der Schuhablage im Einstiegsbereich; an der Tasche, die jederzeit griffbereit hinter dem Beifahrersitz angebracht ist und Besteck und Geschirr aufnimmt, sowie an den zahlreichen Beleuchtungsmöglichkeiten mit Strom sparender LED-Technik und an der mit Fliegengitter versehenen Abdeckung der Heckklappenöffnung. Durchdacht ist auch die Unterbringung des Landstrom-Anschlusses unter der Motorhaube. Dort sitzt er gut geschĂŒtzt vor unbefugtem Zugriff und zudem sind keine Bohrungen an der Karosserie notwendig. Über den Sinn der aus der SchiebetĂŒr herausklappbaren Trockentoilette kann man allerdings trefflich streiten. Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, sein „GeschĂ€ft“ in eine (verschließbare) TĂŒte zu verrichten und diese dann zu „entsorgen“. Bei Spacecamper betont man denn auch, dass diese Lösung lediglich fĂŒr „dringende NotfĂ€lle“ gedacht sei.

Spacecamper Classic. Foto: Auto-Medienportal.Net/Prien

Der mit zahlreichen Extras wie Tresor und Warmwasser-Boiler versehene Testwagen basiert auf dem T5 in der Caravelle-Version mit Comfortline-Ausstattung. Mit dem 140 PferdestĂ€rken leistenden Turbodiesel und 4Motion-Allradantrieb kommt der Wagen auf einen Endpreis von 74.519 Euro. GĂŒnstiger wird es, wenn man auf Zusatzausstattungen und den Allradantrieb verzichtet – oder auf den Kombi oder Transporter als Basis zurĂŒckgreift. Der Grundpreis fĂŒr einen Spacecamper Classic mit Transporter-Basis und Flachdach liegt bei 38.400 Euro.

Fazit: Der Spacecamper Classic ist anders als andere Reisemobile auf Basis des VW T5. Die pfiffigen Ideen und die komfortable und solide Innenausstattung haben allerdings ihren Preis.

Spacecamper Classic. Foto: Auto-Medienportal.Net/Prien

(ampnet/gp)

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