Mit Glanz und Gloria – „Camping“ im Wohnwagen von Airstream.

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„Camping“ klingt irgendwie immer ein wenig nach „Einfachurlaub im Zelt“. Oder nach Wohnwagen am Haken betagter Mittelklasseautos. Oder, nach Herdentrieb in Richtung Teutonengrill und Hausmannskost aus mitgefĂŒhrten Konserven. Oder, nach einem Gartenzwerg als WĂ€chter vor dem Reisemobil. Doch Camping geht auch anders, weiß Redaktionskollege Thomas Lang zu berichten. Wenn ein silbern glĂ€nzender Wohnwagen des amerikanischen Kultherstellers Airstream am Haken hĂ€ngt, emanzipiert sich der Camping-Urlaub nĂ€mlich zum exklusiven Erholungserlebnis.

Camping im Airstream (Foto: Airstream)

 

Airstream Silber

Sie tragen Kosenamen wie „Silver Rocket“ oder „Silberling“, Die Modellnamen lauteten „Flying Cluod“, „Clipper“ oder „Wanderer“. Seit 1931 sind die Wohnwagen des amerikanischen Herstellers Airstream Kult. Einige Modelle sind bereits seit den Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts im Programm. Gemeinsam haben alle Wohnwagen aus Jackson Center im US-Bundesstaat Ohio ein großzĂŒgiges Platzangebot, eine umfangreiche luxuriöse Ausstattung, eine legendĂ€re LangzeitqualitĂ€t und die unlackierte Außenhaut aus poliertem Aluminium.

Airstream 685 (Foto: Airstream)

Das Leichtmetall war vom ersten Tag an Programm. FirmengrĂŒnder Wally Byam schwebte 1930 einen Wohnwagen vor, der zwar gerĂ€umig, aber auch leicht sein sollte, damit er von jedem damals handelsĂŒblichen Pkw gezogen werden konnte. PopulĂ€re amerikanische Limousinen der Mittelklasse wie der Chevrolet International von 1929 traten mit Sechszylindern an. Der Chevy mobilisierte aus 3,2 Liter Hubraum 46 PS. Der Ford A lieferte aus 3,3 Liter Hubraum 38 PS. Die polierte Außenhaut sparte nicht nur ein paar Kilo Gewicht wegen der eingesparten Farbe, sie entwickelte sich aus dem Stand auch zum unverwechselbaren Merkmal.

Airstream 685 Gespann (Foto: Airstream)

Airstream: Caravaning im Zeitgeist

Die glĂ€nzenden WohnanhĂ€nger verkörperten nicht zuletzt den positiven Zeitgeist. Das Design stammte aus der Feder von Hawley Bowlus, der auch die „Spirit of St. Louis“ gezeichnet hatte. Den Eindecker aus Leichtmetall, mit dem Charles Lindbergh am 20./21. MĂ€rz 1927 der erste Alleinflug ĂŒber den atlantischen Ozean geglĂŒckt war. QualitĂ€t, Auftritt und Alleinstellung der Produkte sicherte Airstream nicht zuletzt als einzigem von ĂŒber 400 amerikanischen Wohnwagen-Produzenten das Überleben in der Wirtschafts-Depression der Dreißiger.

Airstream-Werbeaktion (Foto: Airstream)

Die „Silver Rockets“ segelten immer dicht am Image von Flugzeugen, Technik und aerodynamischer Perfektion. Der berĂŒhmteste „Camper“ des Hauses beherbergte im Juli 1969 die Astronauten Armstrong, Aldrin und Collins, die nach der RĂŒckkehr von der ersten erfolgreichen Mondlandung 17 Tage in QuarantĂ€ne verbringen mussten. Um sicherzustellen, dass sie von ihrer Reise zum Erdtrabanten keine unbekannten und potentiell gefĂ€hrliche Mikroorganismen mitgebracht hatten.

Airstream 685 Sitzgruppe (Foto: Airstream)

Heute fertigen rund 400 Mitarbeiter bei Airstream nicht nur Wohnwagen, sondern seit 1989 auch Wohnmobile, seit 2006 auf Basis des Mercedes Sprinter. Die ExklusivitÀt der Produkte garantiert die Zahl von lediglich knapp 2000 Campern und Fahrzeugen, die das Werk pro Jahr verlassen.
Die „Silberlinge“ sind ganz offiziell in Deutschland zu erwerben. Der Importeur hat seinen Sitz im hessischen Merenburg. Im Angebot sind vier verschiedene Versionen, die im Detail den Anforderungen des europĂ€ischen Marktes und der Verkehrsinfrastruktur angepasst sind. Das „Einstiegsmodell ist der Airstream 534. Der 6,8 Meter lange Einachser wiegt leer 1500 Kilo, bietet zwei bis vier SchlafplĂ€tze, eine vollstĂ€ndige KĂŒche mit Dreiflammen-Herd und Backofen, Nasszelle und programmierbare Heizung. Optional ist alles erhĂ€ltlich, was Campen komfortabel und luxuriös gestaltet. Von der Klimaanlage bis zum Flachbildschirm.

Airstream 685 Kojen (Foto: Airstream)

WĂ€hrend der 7,45 Meter lange Airstream 604 quasi die Mittelklasse bildet, ist der 8,25 Meter lange Airstream 685 das Flagschiff der Flotte. Vor allem in der Spezialausstattung als Wohnwagen und mobiles BĂŒro. Um den Zweiachser vollbeladen an den Haken nehmen zu können, muss das Zugfahrzeug ĂŒber mindestens 2700 AnhĂ€ngelast verfĂŒgen.
Der deutsche Importeur bietet nicht nur Neufahrzeuge und Service. Er vertreibt auch gebrauchte AnhÀnger und vermietet Airstreams.

Airstream 685 Bett (Foto: Airstream)

QualitĂ€t und ExklusivitĂ€t haben natĂŒrlich auch in der Welt der Wohnwagen ihren Preis. 67.690 Euro stellt der Importeur aktuell als Grundpreis fĂŒr den Airstream 534 in Rechnung. Das Topmodell startet bei 88.782 Euro. Ein SchnĂ€ppchen im Vergleich zu einer Mondrakete

Airstream 685 aussen (Foto: Airstream)

(ampnet/tl)

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