Strafzettel im Ausland – Unliebsame Urlaubs-Erinnerungen.

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Auf manche Mitbringsel kann man glatt verzichten. Zum Beispiel solche, die einem in Briefform nachgeschickt werden, wenn’s auf der Heimfahrt geblitzt hat. Unentdeckt bleibt in Europa kein Verkehrssünder, der Halterdatenaustausch zwischen den EU-Staaten funktioniert und ist auch rechtens. Das gilt übrigens auch für die Schweiz, mit der zu diesem Zweck ein bilaterales Abkommen geschlossen wurde.

Ignorieren hilft nicht, wenn ein Knöllchen hereingeflattert ist, meint der Stuttgarter Rechtsanwalt Björn Schmidt: „Solche Angelegenheiten erledigen sich selten von alleine. Besser ist es, sich rechtlichen Rat einzuholen, dann bekommt man Klarheit, was zu tun ist.“ Denn das so genannte Geldsanktionsgesetz, das in Deutschland 2010 in Kraft trat, besagt, dass Geldstrafen und –bußen von mindestens 70 Euro innerhalb Europas vollstreckt werden dürfen – von allen EU-Mitgliedsstaaten mit Ausnahme von Griechenland, Irland und Italien, die diesen europäischen Rahmenbeschluss bisher nicht umgesetzt haben. Im Zweifelsfall weiß tatsächlich der Anwalt, was zu tun ist. Und weil das Gros der deutschen Reisemobilisten ohnehin eine Verkehrsrechtsschutzversicherung hat, kostet dieser Rat ja auch nicht extra.

Das gilt auch bei Knöllchen aus der Schweiz. Auch wenn die Eidgenossen keine EU-Mitglieder sind, die Strafzettel aus dem Alpenland sollten ernst genommen werden. Erstens sind Tempoverstöße dort mit drakonischen Bußgeldern belegt, zweitens gelten Übertretungen von mehr als 25 km/h als Straftat, für die man auch hinter Gitter wandern kann. Einfach aussitzen kann man solche Strafen nur schwer. Denn die Schweizer führen die so genannte Ausländerliste, in der sowohl Fahrzeugkennzeichen als auch Halterdaten sowie noch nicht bezahlte Bußgelder erfasst sind. Wer dann mal wieder ins Alpenland reisen will, sollte vorher sein Knöllchen bezahlen, sonst ist er fällig, entweder bei Grenz- und Verkehrskontrollen, aber auch auf Parkplätzen. Ausländische Kennzeichen werden gerne mit der besagten Datei abgeglichen und im Ernstfall kommt dann die Parkkralle. Freie Fahrt gibt’s erst nach Bezahlung. Die Schweizer Polizei akzeptiert übrigens alle gängigen Kreditkarten.

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