Prora (Insel RĂĽgen)

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Es gibt eine Stelle auf der Insel Rügen, die scheint seit Jahren nicht aus der Diskussion kommen zu wollen: die Ruinen von Prora, KdF Prora oder der Koloss von Prora. Die NS Bauten am Strand von Prora haben viele Namen, sie stehen unter Denkmalschutz und weil es Investoren gibt, die Ideen für die Bauten an einem der schönsten Strände der Insel haben, gibt es natürlich auch sofort Widersacher, die andere Ideen haben.

Der Koloss von Prora

Zeitgleich zum Wahlsonntag für den Landtag in Mecklenburg-Vorpommern mussten die Bürger von Binz entscheiden, ob nahe der Hitler Bauten ein 104 Meter hohes Wohnhaus entstehen soll. Prora ist ein Ortsteil der des Seebades Binz, er ging aus dem zwischen 1936 und 1939 gebauten KdF-Seebad Rügen hervor. KdF bedeutet „Kraft durch Freude“, die ursprüngliche Idee wäre es gewesen, 20.000 Reichsdeutschen einen kostengünstigen Urlaub zu ermöglichen, statt dessen wurden in Prora dann Polizeikräfte ausgebildet, die Strahlkraft, die für den Ort geplant war, kam nie zur Geltung. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Bauarbeiten eingestellt. Ein Blick auf ein Luftbild verdeutlicht die geplanten Ausmaße.

Prora, KdF-Bad (2011-05-21) 5
By Klugschnacker (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Heute besteht der NS-Komplex aus fĂĽnf Häuserblocks mit einer Gesamtlänge von etwa 2,5 Kilometern. UrsprĂĽnglich waren es acht Blocks (auf einer Länge von 4,5 km). Teile der alten NS-Architektur werden zu Luxus Wohn- und Hotelanlagen ausgebaut. Die Nachfrage scheint riesig zu sein (siehe hierzu: In Hitlers Bettenburg werden die Wohnungen knapp – Quelle: Die Welt).

In zwei der alten Gebäude befinden sich Museen. Wer also vom Regenwetter im Urlaub überrascht wurde, hat die Wahl zwischen einem NVA-Museum und einer Geschichtsausstellung „MACHTurlaub“. Letztere zeigt vor allem die Planungs- und frühe Baugeschichte der Anlage. Sie dokumentiert Hintergründe der „Kraft durch Freude“ Bewegung und zeigt auch Zeitzeugen und die Macher hinter der KdF-Bewegung wie etwa Robert Ley. Veranstaltet werden auch Events zur Aufarbeitung der Geschichte. Hier werden beispielsweise ehemalige Zwangsarbeiter eingeladen, damit man nicht vergisst, wie die kolossalen Bauwerke entstanden sind.

Prora
Prora

Die Feuersteinfelder von Prora

Wer genug von nationalsozialistischer Kolossal-Architektur hat, kann entweder im Seebad Binz einen Kaffee mit Meerblick trinken oder aber in die nahegelegenen Feuersteinfelder fahren. Dort trifft man mit viel Glück auf Hühnergötter, so heißen die Feuersteine mit einem Loch. Der Sage nach werden durch das Tragen eines Amuletts böse Geister vertrieben. Wer also in den Kampf gegen eine böse Schwiegermutter ziehen muss, fährt lieber nicht nach Binz, sondern besorgt sich lieber in den Feuersteinfeldern von Prora einen Hühnergott…

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