StrandgeflĂŒster (1): Eine blonde Reisebloggerin alleine unterwegs in Thailand

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„Bist du wahnsinnig“, „das kannst du doch nicht machen“, „Hast du denn keine Angst“ 


Genau das sind die ĂŒblichen Reaktionen, wenn ich meiner Familie und Freunden erzĂ€hle, dass ich alleine nach Thailand reisen möchte. Und immer wieder blicke ich dabei in entsetzte Gesichter. Aber warum? Warum halten mich alle fĂŒr verrĂŒckt, nur weil ich alleine die Welt sehen möchte?

Vorfreude Thailandreise

Weihnachten 2015 – ich sitze vor dem Laptop und buche nun endlich meinen Flug nach Bangkok. In nur vier Wochen geht es schon los, denn ich habe Semesterferien und möchte jeden Tag davon nutzen, um etwas mehr von der großen weiten Welt zu sehen. vier Wochen voller Vorfreude und Schmetterlingen im Bauch, fast als wĂ€re ich verliebt. NatĂŒrlich bin ich auch aufgeregt, vor der Ungewissheit, vor der Tatsache nichts geplant zu haben und alles spontan zu entscheiden, jedoch positiv aufgeregt, mit einem Hauch Angst. Angst davor dass mir etwas passieren könnte und es niemand mitbekommt oder mir niemand helfen kann. All diese Gedanken schiebe ich ganz schnell aus meinem Kopf. Immer wieder erklĂ€re ich meinen Eltern, dass es in Thailand total sicher ist und tausende Frauen jedes Jahr alleine dorthin reisen. Sie machen sich natĂŒrlich Sorgen, die ich immer wieder versuche zu besĂ€nftigen.

Reisebloggerin Thailand

Dann ist es endlich soweit, ich sitze am Flughafen und strahle vor Freude. Der 12-Stunden Flug ist angenehm und geht schneller vorbei als gedacht und dann bin ich mittendrin im Trubel, in der Hektik, in den Menschenmassen Bangkoks. Mit dem Taxi geht es direkt ins Hotel. Das einzige, das ich schon im Voraus gebucht hatte. Nach dem Bezug des Zimmers suche ich mir einen Tuk-Tuk Fahrer, der mich zur allseits bekannten Khao-San Road bringt. Eines der vielen Dinge die man in Bangkok wohl gesehen haben muss. Schnell merke ich, dass Touristen hier ganz schön abgezockt werden. Der Taxifahrer hatte viel zu viel Geld von mir verlangt und auch der Tuk Tuk Fahrer nennt mir einen extrem hohen Preis. Ich schĂŒttel mit dem Kopf, aber bezahle und denke mir dabei: „Lucy verdammt, du musst mehr verhandeln“. Ich bin gar kein Verhandlungstalent. Das ewige Diskutieren ĂŒber Preise liegt mir einfach nicht und macht mir auch keinen Spaß, jedoch bin ich hier wohl dazu gezwungen, um mein Budget nicht zu sprengen.

Thailand
Essen in Thailand

Also schlendere ich mit etwas schlechter Laune ĂŒber die Khao-San Road. Ein Touristenstand nach dem nĂ€chsten ist hier aufgereiht. Besonders auffĂ€llig sind die StĂ€nde mit vielen Fleischsorten am Spieß und verschiedenes Fingerfood. Teilweise sind die Spieße paniert, jedoch ist alles ungekĂŒhlt. Etwas skeptisch bin ich und traue mich erstmal nicht einen Spieß zu probieren. Es ist Nachmittag und daher gar nicht so voll wie ich dachte. Sehr lang ist die Straße auch nicht. Aber ich fĂŒhle mich weder alleine, noch habe ich Angst. Die Thais sind ĂŒberaus freundlich und zuvorkommend. Im nĂ€chsten Restaurant gönne ich mir Fried Rice mit Huhn und verliebe mich mit dem ersten Bissen in die ThaikĂŒche. Es ist nicht zu scharf, genau richtig gewĂŒrzt und so unglaublich lecker. Zuvor dachte ich immer es ist komisch alleine im Restaurant zu sitzen, ohne Begleitung oder eine BeschĂ€ftigung wie ein Buch oder eine Zeitung. Ich dachte man wird komisch angesehen so alleine an einem Tisch. „Was denken die anderen da nur von mir“. Aber wie ich da so sitze und wĂ€hrend dem Essen den Trubel auf der Straße beobachte, ist mir das alles egal. Ich merke wie ich mir keine Gedanken darum mache was andere denken. Viel mehr konzentriere ich mich auf mich selbst, auf den Moment, meine Stimmung und was um mich herum passiert. Das ist ein richtig entspanntes GefĂŒhl. Als wĂŒrde eine Last von mir abfallen. Als hĂ€tte ich eine Sorge weniger. Genau dessen werde ich mir in diesem Moment bewusst und muss zufrieden in mich hinein Grinsen.

Inselhopping in Thailand

Eine Nacht verbringe ich in Bangkok und fliege dann weiter nach Phuket. Von dort startet mein Inselhopping Thailand. Ich habe einen recht straffen Zeitplan, da ich in kurzer Zeit möglichst viele Inseln sehen möchte. UngefÀhr zwei bis drei Tage sind pro Insel angedacht. Jedoch habe ich nichts gebucht und kann alles spontan noch entscheiden. In Phuket angekommen geht es wieder mit dem Taxi direkt nach Patong, aber diesmal bin ich vorbereitet.

Ich frage den Taxifahrer vorher nach seinem Preis und konnte endlich ĂŒber meinen Schatten springen und verhandeln. Er reagierte patzig auf meinen Preisvorschlag, aber dann treffen wir uns in der Mitte und ich steige mit Herzklopfen ins Taxi ein. „Na also, geht doch“, denke ich mir und bin ein wenig stolz auf mich.

In Patong angekommen gehe ich erst mal an den Strand. Endlich bin ich am Meer. Das GefĂŒhl des warmen Sands zwischen meinen Zehen habe ich so sehr vermisst. Die Stadt ist nicht so schön. Überall wird man nach Ping Pong Shows gefragt und der Sextourismus ist allgegenwĂ€rtig. Daher reise ich mit der FĂ€hre schnell weiter zur Insel Koh Phi Phi. Auf der Insel fahren keine Autos oder Tuk Tuks, denn alles ist zu Fuß zu erreichen. Ein Hotel habe ich einen Abend zuvor ĂŒber booking.com gebucht, da ich immer etwas Angst habe bei der Ankunft vor ĂŒberfĂŒllten Hotels zu stehen. Deshalb buche ich einfach immer einen Tag vor Ankunft ein Zimmer fĂŒr eine Nacht, um eine erste Anlaufstelle zu haben. Wenn es mir nicht gefĂ€llt, kann ich mir dann immer noch etwas Neues suchen.

Thailand
Traumstrand in Thailand

Am Pier angekommen bin ich ĂŒberwĂ€ltigt von der Schönheit dieser Natur. Feiner weißer Sand, Palmen wohin man auch sieht und die kleinen Boote am Ufer. Ich dachte immer die ganzen Postkarten und Urlaubsbilder sind nachbearbeitet worden. Aber nein, hier sieht es tatsĂ€chlich so aus wie im Reisekatalog…

Weiter geht es mit Teil 2 auf Koh Phi Phi und Koh Lanta.

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