StrandgeflĂŒster (2): Eine blonde Reisebloggerin alleine unterwegs in Thailand

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Nach Bangkok, Phuket und Koh Phi Phi im ersten Teil ist hier die Fortsetzung meines Thailand Reiseberichts:

Jetzt will ich endlich was erleben und gehe zum nÀchsten Longboat. Ich frage den Fahrer ob er mit mir morgen eine Tour um alle kleinen Inseln rund um Phi Phi machen kann. Und auch den Sonnenaufgang möchte ich auf dem Wasser sehen. Mittlerweile habe ich mich an das Verhandeln der Preise gewöhnt und wir kommen auf einen Nenner.

Strandleben Thailand

Am Abend schlendere ich am Strand entlang. Hier sind mehrere Bars und kleine Clubs mit Musik und Feuershows. Überall sind junge Leute aus allen Nationen. Man findet sehr schnell Anschluss unter Backpackern. Direkt komme ich ins GesprĂ€ch mit anderen Deutschen und wir tauschen uns ĂŒber die nĂ€chsten Reiseziele und bisherige Erlebnisse aus. Beim Vorbeilaufen hört man in Thailand sehr oft, dass deutsch gesprochen wird, da hier extrem viele deutsche Backpacker unterwegs sind. Thailand ist eben ein Ă€ußerst beliebtes Reiseziel. Dadurch fĂŒhlt man sich nie alleine. Wo man auch hingeht sind andere Backpacker anzutreffen zu denen man sich gesellen kann. Ein GesprĂ€ch ergibt sich oft von selbst, wenn man einfach nach dem Weg oder einem Restauranttipp fragt. Ich bin erstaunt ĂŒber die Leichtigkeit. Das KontakteknĂŒpfen hatte ich mir so viel schwerer vorgestellt. Jeder Backpacker hat eine einzigartige Geschichte zu erzĂ€hlen und als ich den anderen so dabei zuhöre, was sie schon alles erlebt haben und wieviel sie auf ihren Reisen um die Welt schon sehen durften, da bekomme ich regelrecht Fernweh. Fernweh obwohl ich gerade selbst on Tour bin. Mich hat die Reisesucht gepackt.

Reisebloggerin Thailand
Strandleben Thailand

Thailand: Mit dem Boot zur Maya Bay

Am nĂ€chsten Morgen steige ich um sechs Uhr frĂŒh, mit einer kleinen Gruppe Menschen, die alle ziemlich mĂŒde sind, auf das Boot und wir fahren zur Maya Bay. Leonardo machte mit seinem Film „Die Insel“ die Bucht zu einer BerĂŒhmtheit und klassischen Touristenattraktion. Jeden Tag legen hier hunderte Boote mit Touris an und kurze Zeit spĂ€ter wieder ab. Auf dem Weg zur Maya Bay halten wir mitten auf dem Wasser. Die Sonne geht gerade auf und ich genieße die Stille. Das Boot schwankt leicht auf dem Wasser und jeder auf dem Boot bewundert das Farbspektakel am Horizont. Orange-rotes Licht wird von den Felsen und der WasseroberflĂ€che reflektiert und umhĂŒllt die ganze Umgebung. Niemand sagt etwas. Das Ambiente ist so einzigartig, dass keiner den Moment zerstören möchte. Ich bekomme GĂ€nsehaut und wieder einmal ein riesen Grinsen ins Gesicht.

In der Maya Bay angekommen sind wir das einzige Boot in der Bucht. So frĂŒh starten die anderen Touren normal nicht, wodurch bisher keine Menschenseele am Strand ist. Ich stapfe durch das Wasser vom Boot zum Strand und bin völlig ĂŒberrascht. Der Sand fĂŒhlt sich an wie Watte und ist noch viel weicher und feiner als jeder andere Strand ĂŒber den ich bisher geschlendert bin.

Thailand

Wir fahren noch mehrere kleine Inseln an. Sie sind sich alle recht Ă€hnlich aber jede einzelne wunderschön. Im Nationalpark von Koh Phi Phi kann man hervorragend schnorcheln. Man ist umringt von hundert Fischen. Jeder einzelne Charakter aus „Findet Nemo“ ist hier vertreten. Das Wasser ist flach und klar, sodass man die Korallen und den Grund deutlich sehen kann. Nach mehreren Stunden im Wasser und der prallen Sonne bin ich ganz schön platt. Erschöpft falle ich im Zimmer auf mein Bett und telefoniere mit meinen Eltern. Wieder muss ich sie beruhigen, dass es hier total sicher ist und ich immer gut auf mich aufpasse.

Thailand: Koh Lanta

Mein nĂ€chstes Ziel ist die Insel Koh Lanta. Sie ist bekannt dafĂŒr noch recht unberĂŒhrt und sehr ruhig zu sein. Eine große Straße erstreckt sich von Norden nach SĂŒden ĂŒber die ganze Insel. Diesmal miete ich mir im Hotel einen Roller und erkunde die Insel auf eigene Faust. Ziemlich aufgeregt und ĂŒbertrieben vorsichtig beginnt die Fahrt, da ich noch nie im Linksverkehr gefahren bin. Das ist eine ganz schön große Umstellung, aber nach einer Weile gewöhne ich mich daran und werde mutiger. Roller fahren macht so richtig Spaß. Der Wind weht in den Haaren und man kann von Strand zu Strand tuckern und die ganze Insel abfahren. Neben einem kleinen Wasserfall im Dschungel gibt es hier jede Menge StrĂ€nde an denen man alleine ist. Man trifft hier recht wenig Touristen und hat seine absolute Ruhe. Da mir das aber doch etwas zu ruhig ist reise ich weiter nach Krabi.

 

Lucy in Thailand
Traumstrand in Thailand

Die Kulisse Krabis ist geprĂ€gt von vielen Karststeinfelsen und wird besonders gerne von Kletterern bereist. Der Railay Beach zĂ€hlt laut vielen Reiseblogs zu den schönsten StrĂ€nden Thailands. NatĂŒrlich musste ich mir das selbst ansehen. Railay ist eine Halbinsel sĂŒdlich von Ao Nang und nur mit dem Longboat zu erreichen. Nach einer kurzen Fahrt ist man auch schon an der riesigen Bucht und wird von einer spektakulĂ€ren Felswand begrĂŒĂŸt, die sich um die Bucht zieht. Man kann an verschiedenen Stellen in die Krater hineinklettern und auch ein sehr kleiner Tempel ist hier aufgebaut. Leider wimmelt der Strand nur so vor Urlaubern aus aller Welt. Es ist extrem voll und laut, ein richtig typischer Touristrand. So schön die Kulisse und die Natur hier auch ist, die Menschenmasse zerstört die AtmosphĂ€re leider komplett. Daher fahre ich schnell wieder zurĂŒck nach Krabi.

 

Zwei Wochen meiner Reise sind nun schon vorbei. Ich hole mir an der Promenade eine Kokosnuss. Dabei wird die braune Schale der Kokosnuss komplett abgeschĂ€lt und man erhĂ€lt nur das Innere. Eine kleine weiße Kugel aus Kokosfleisch mit dem Saft als Kern. Noch ein Strohhalm hinein und fertig ist der erfrischende Cocktail. Es ist schon Abend und beginnt zu dĂ€mmern. Ich setze mich in den Sand und blicke aufs Meer hinaus. Ganz alleine sitze ich da, nur wenige Jogger oder Urlauber schlendern an der sehr langen Promenade entlang. In genau diesem Moment lasse ich die letzten zwei Wochen Revue passieren.

Reisebloggerin Lucy in Thailand
Reisebloggerin Lucy

Lucy: Eine Reisebloggerin alleine in Thailand

Ich bin alleine in Thailand unterwegs und habe nun keinerlei Scheu mehr vor fremden Situationen. Einfach in den Tag hineinleben und schauen was passiert, hĂ€tte ich mir Zuhause nie vorstellen können. Dort war alles immer durchgeplant und strukturiert. Ich gehe nun viel leichter auf fremde Menschen zu und bin selbstsicherer geworden. Das alles in nur zwei Wochen. So sitze ich da alleine am Strand und fĂŒhle mich so lebendig wie noch nie zuvor. Obwohl ich alleine bin empfinde ich alles andere als Einsamkeit. Zufrieden mit mir selbst, voller GlĂŒcksgefĂŒhle und Euphorie schaue ich auf den Sonnenuntergang und flĂŒstere vor mich hin „Mein Leben ist so verdammt geil“.

Jetzt wird mir klar wie wenig ich das alles zu schÀtzen wusste. Wieder habe ich das breiteste LÀcheln im Gesicht, nippe an meinem Strohhalm und freue mich, dass ich noch weitere zwei Wochen auf der Ostseite Thailands vor mir habe.

Weiter geht es mit Teil 3

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