StrandgeflĂŒster (3): Eine blonde Reisebloggerin alleine unterwegs in Thailand

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Von meiner Reise durch Thailand habe ich bereits in Teil 1 und Teil 2 berichtet. Nachdem Inselhopping auf der Westseite, folgt hier der Bericht ĂŒber die östlichen Inseln:

Ganz frĂŒh morgens werde ich von einem Shuttle abgeholt und zum Busbahnhof in Krabi gebracht. Dort startet nach einer Stunde Wartezeit mein Bus nach Surat Thani. Surat Thani ist bekannt als Dreh- und Angelpunkt fĂŒr die Ostseite Thailands, da hier am großen Hafen alle FĂ€hren abfahren. Der Bus ist bis auf den letzten Platz besetzt und voll mit Reisenden aus aller Welt. Neben mich setzt sich ein MĂ€dchen aus Deutschland. Sie ist auch alleine unterwegs und wir kommen ins GesprĂ€ch. Sie hat exakt denselben Plan wie ich und nutzt ihre Semesterferien immer zum Reisen und Backpacken. Leider unterscheiden sich unsere Routen, sonst wĂ€ren wir gemeinsam weitergereist, da wir uns sehr symphatisch waren. FĂŒr Sie geht es nun auf die Insel Koh Samui. Mein Ziel ist jedoch die Insel Koh Tao.

Thailand: Der Weg auf die Insel Koh Tao

Am Pier in Surat Thani angekommen scheint die Sonne schon krĂ€ftig und verbrennt mir fast die Haut. Eine riesen Schlange von Passagieren steht am Pier und wartet auf die FĂ€hre. Ich stelle mich wieder auf eine lange Wartezeit ein und suche mir ein schattiges PlĂ€tzen um mich einzucremen. Obwohl ich schon ziemlich braun geworden bin in den vergangenen zwei Wochen, ist die Sonne immer noch sehr schmerzhaft. TĂ€gliches Eincremen darf man hier auf gar keinen Fall vergessen. Nach einer halben Stunde legt die FĂ€hre an und das Boarding beginnt. Je nach Ausstiegsort werden die Koffer auf der FĂ€hre angeordnet und erhalten alle einen Aufkleber. Die FĂ€hre steuert die Inseln Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao nacheinander an. Nach ungefĂ€hr fĂŒnf Stunden und sehr viel Wartezeit zwischen den Inselstopps, komme ich endlich auf Koh Tao an. Die Insel ist relativ klein, aber wunderschön. Besonders die vielen Tauchschulen an jeder Ecke fallen sofort auf, denn Koh Tao ist das Taucherparadies Thailands. Auch ich möchte hier meinen Tauchschein machen und habe mir schon vor ein paar Wochen eine Tauchschule ausgesucht und mich angemeldet. Vom Pier laufe ich nur zehn Minuten bis zur Tauchschule, die direkt am Strand liegt. Nebenan ist eine prachtvolle Hotelanlage mit mehreren Pools und vielen kleinen Bungalows. In der Tauchschule sind auch deutsche Lehrer und ich werde sehr herzlich begrĂŒĂŸt. Mir wird direkt ein eigener Bungalow zugeordnet und ich bekomme alle Unterlagen, die ich fĂŒr den Kurs benötige. Die Bungalows sind sehr rustikal eingerichtet. Leider sind an den Fenstern und unter der TĂŒr große Schlitze. Insekten und sonstiges Getier hat es hier also sehr leicht, um mich in meinem Bungalow zu besuchen. Da ich in unzĂ€hligen Foren und Reiseblogs gelesen habe, dass so etwas oft in Thailand vorkommt, habe ich mir Panzertape eingepackt. Jetzt bin ich auch richtig froh darĂŒber und klebe alle offenen Stellen mit dem Panzertape ab. Denn sobald man abends das Licht im Bungalow einschaltet, hat man sonst ziemlich schnell einen ganzen Zoo an Insekten im Zimmer, welche mich nicht ungestört schlafen lassen.

Tauchkurs auf Koh Tao

Am nĂ€chsten Tag beginnt mein Tauchkurs ganz frĂŒh. Ich bin zusammen mit drei EnglĂ€ndern und zwei französischen Backpackern in einer Lerngruppe. Der Theorieunterricht findet dabei fĂŒr mich auf Deutsch und fĂŒr die anderen auf Englisch statt, da ich mich bei den ganzen Fachbegriffen noch nicht sicher genug fĂŒhle. Die Praxisstunden sind dann allerdings im Team fĂŒr alle auf Englisch. Den ganzen Vormittag verbringe ich mit Lernvideos und Testaufgaben. Am Nachmittag geht es dann endlich zum ersten Mal ins Wasser. Wir lernen das Equipment genau kennen und legen ein paar SchwimmĂŒbungen im Pool ab. Anschließend geht ist mit der ganzen AusrĂŒstung ins Wasser. Dabei habe ich doch etwas Angst. Schließlich bin ich vorher noch nie getaucht und mache mir Sorgen, ob ich den Druckausgleich wirklich immer schaffe. Aber dann bin ich völlig erstaunt wie einfach das ist und habe keinerlei Probleme. Jede Übung kann ich beim ersten Versuch meistern. Die Schwerelosigkeit im Wasser fĂŒhlt sich richtig gut an. Völlig erschöpft lasse ich mich am Abend auf mein Bett fallen. Zum Schlafen gehen war es allerdings noch viel zu frĂŒh, deshalb spaziere ich nach dem Duschen direkt los zum Sairee Beach, der wohl bekannteste Strand auf Koh Tao. Viele Tauchschulen und kleine Restaurants und Bars wechseln sich hier an der Promenade ab. Die Straße ist sehr schmal und auch der Strand ist nicht besonders breit. Hier sind auch verschiedene Feuershows, jedoch viel weniger als auf Koh Phi Phi. Besonders auffĂ€llig ist die Fishbowl Beach Bar. Dort ist am meisten los, denn die ĂŒberwiegend jungen GĂ€ste tummeln sich um ungefĂ€hr zehn Bierpong-Tische. Jeden Abend finden hier Bierpong-Turniere statt, weshalb diese Bar auch die Anlaufstelle Nummer Eins fĂŒr Backpacker ist. Eine Weile schaue ich dem Turnier amĂŒsiert zu und lerne dabei viele neue Menschen kennen. Man kommt sehr schnell ins GesprĂ€ch. Lovin und Dominic beispielsweise kommen auch aus Deutschland und sind erst heute auf Koh Tao angekommen. Wir tauschen uns ĂŒber unsere ReiseplĂ€ne aus und verabreden uns fĂŒr den nĂ€chsten Abend.

Der zweite Tag meines Tauchkurses besteht wieder aus Theorieunterricht und anschließend Übungen im Wasser. Diesmal jedoch im Meer und nicht im Pool. Mit jeder weiteren Übung im Wasser fĂŒhle ich mich sicherer und habe immer mehr Spaß beim Tauchen. Erste Fische konnten wir dabei auch schon beobachten. Das Wasser ist extrem hell und klar, sodass man sehr weit schauen kann.

Tauchen in Thailand

Die Insel Koh Nangyuan in Thailand

Nach den Tauchstunden treffe ich mich mit Dominic und Lovin wieder am Sairee Beach. Wir nehmen uns ein Longboattaxi und fahren zur kleinen Nachbarinsel Koh Nangyuan. Leider haben wir nicht sehr viel Zeit, weil die Boote am frĂŒhen Abend schon wieder zurĂŒck fahren. Unser Ziel ist der View Point der Insel, welcher ganz oben auf dem Berg liegt. Bei der Ankunft merken wir, dass der Holzsteg, der um die Insel herum zu dem Viewpoint fĂŒhrt, gesperrt ist. Beim letzten Sturm wurde der gesamte Steg beschĂ€digt und nur noch ein Teil der Holztreppe ist noch in Takt. Sichtlich enttĂ€uscht beraten wir uns und beobachten dabei wie ein paar Personen ĂŒber die Felsen am Steg entlang klettern. Da packt uns die Abenteuerlust und wir klettern hinterher. Zum GlĂŒck habe ich nicht nur meine Flip Flops an, sondern noch ein paar Wasserschuhe dabei, welche mir beim Klettern viel besseren Halt geben. Dominic hingegen ist barfuß unterwegs. Barfuß ĂŒber die Felsen zu klettern war sicherlich nicht seine beste Idee, aber nach einer halben Stunde und ein paar kniffligen FelsvorsprĂŒngen sind wir endlich oben angekommen. Eine unglaubliche Aussicht auf die Insel Koh Nangyuan und die dazugehörige kleine Nachbarinsel begrĂŒĂŸt uns. Man Blickt auf zwei sehr kleine Inseln, welche durch eine dĂŒnne Sandbank verbunden sind. Umringt von kristallblauem Wasser und dem weiten Horizont. Ein atemberaubender Anblick.

Wir machen eine Menge Fotos und genießen die Aussicht bevor wir uns wieder auf den RĂŒckweg machen. Das Panorama der beiden Inseln ist ein sehr beliebtes Fotomotiv und auf extrem vielen Thailand-Foren zu sehen. Da wir ganz schön die Zeit vergessen haben, mĂŒssen wir uns richtig beeilen, um wieder rechtzeitig am Longboat zu sein. Fast als Letzte verlassen wir die Insel und kommen pĂŒnktlich zum Sonnenuntergang auf Koh Tao an. Bei einem Dinner im nĂ€chsten kleinen Restaurant lassen wir den Abend ausklingen.

Thailand
Die Insel Koh Nangyuan

Die Unterwasserwelt Thailands

Am dritten Tag meines Tauchkurses fahren wir mit dem Boot zu einem der vielen Tauschspots und dĂŒrfen diesmal bis zu 12 Meter herunter tauchen. Eine kĂŒnstliche angelegte Stadt aus Korallen ist hier zu finden und viele FischschwĂ€rme aller Art kann man hier bestaunen. Ich genieße die Ruhe beim Tauchen und kann dabei so richtig gut entspannen und abschalten. Nach den Übungen und einem zweiten Tauchgang am Nachmittag ist der Tag auch schon wieder fast vorbei. Den Abend verbringe ich wieder am Sairee Beach und gehe frĂŒh ins Bett.

Nun ist auch schon der letzte Tag meines Tauchkurses gekommen. Nachdem wir den Theorietest geschrieben haben geht es wieder aufs Boot zu unseren letzten beiden TauchgĂ€ngen. Auf 18 Meter wird diesmal getaucht. Beim ersten Tauchgang verlĂ€uft alles ohne Probleme und ich bin völlig gebannt von den vielen Fischen um mich herum. Leider vergeht die Zeit unter Wasser viel zu schnell. Beim zweiten Tauchgang auf 18 Meter, merke ich, dass mein Ohr Probleme macht. Der Druckausgleich klappt plötzlich nicht mehr und ich merke wie der Druck in meinem Ohr immer stĂ€rker wird. Ich gehe ein paar Meter nach oben und gebe meinen Tauchlehrer ein Zeichen. Auch hier klappt der Druckausgleich nicht und ich bekomme Panik. Mein Tauchlehrer gibt mir das Zeichen zum Aufsteigen und ich lasse mich langsam an die OberflĂ€che treiben. Kurz nach mir ist auch mein Lehrer oben und schaut nach mir. Mein Ohr schmerzt höllisch und er schickt mich zurĂŒck zum Boot. Ziemlich enttĂ€uscht schwimme ich zum Boot und werde dort von den anderen Tauchlehrern empfangen. Anscheinend habe ich mein Ohr zu stark belastet und den Druckausgleich erzwungen. Dadurch habe ich ein sogenanntes „Ohrentrauma“ bekommen und besonders beim Husten oder Niesen schmerzt es extrem. Ich bin traurig darĂŒber, dass mein letzter Tauchgang so frĂŒh endet. ZurĂŒck an Land bekomme ich in der Apotheke entsprechende Ohrentropfen und nach wenigen Tagen sind die Schmerzen zum GlĂŒck verschwunden. Meinen letzten Tag auf Koh Tao verbringe ich mit meinen Tauchbuddys beim Dinner in einem deutschen Restaurant und freue mich wie ein Kind ĂŒber die KĂ€sespĂ€tzle. Das Thaiessen ist zwar genau mein Geschmack, aber nach knapp drei Wochen bin ich wirklich froh wieder etwas Altbekanntes essen zu dĂŒrfen.

Unterwasserwelt Thailands

Mein nĂ€chstes Ziel ist die Insel Koh Phangan…

 

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