Leben im Bauwagen – das Wagendorf Lohmühle in Berlin

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Am Rande des Landwehrkanals zwischen den Kreuzberger und Treptower Gebieten Berlins erstreckt sich ein besonderer Ort namens Wagendorf Lohmühle. Diese künstlerische Gemeinde verwandelte einen Bereich, der einst ein Ödland war, in eine autarke Gemeinschaft, die alle ihre Energie und Nahrung selbst produziert. Teilweise zwischen hochgewachsenen Gräsern und Bäumen versteckt stehen die verschiedenen Bauwagen, LKW und Busse in denen die Gemeinschaft lebt.

Einer der Wohnwagen im Wagendorf Lohmühle. Foto von Inhabitat

Die recycelten und handgefertigten mobilen Unterstände von Wagendorf Lohmühle nutzen Sonnenkollektoren, um die Sonnenenergie in freien Strom umzuwandeln. Während manche Wagen mit Graffitis verziert sind, ähneln andere futuristischen Objekten. Alles Marke Eigenbau, denn kreative Köpfe und handwerklich begabte Camper waren hier am Werk. Einige Wägen wurden aus einer Vielzahl von gefundenen Materialien gebaut oder alte Wohnwagen vollkommen restauriert. Alle von ihnen haben eines gemeinsam: die tiefe Verbundenheit zur Natur und den eigenen Garten vor der Tür.

Sehr minimalistisch und mitten in der Natur. Foto von Inhabitat

Ein Lebensprojekt der besonderen Art – das Wagendorf

Diese Waggons, Caravans und selbstgemachte experimentelle Wohnräume zielen darauf ab, die kulturellen und künstlerischen selbst gestalteten Projekte ganzjährig zu fördern. Katzen, Hunde, Kaninchen, Vögel und ein paar Schildkröten mit eigenem Haus, teilen ihr Leben mit Kindern und Erwachsenen, die eine natürlichere Lebensweise suchen.
Es entstand eine Bühne für Veranstaltungen: Cafés, Konzerte, Workshops, Kino und Ausstellungen haben mittlerweile ihren festen Bestandteil im Konzept des Vereins „Kulturbanausen e.V., welcher die Interessen des Wagendorfs Lohmühle vertritt. Die Bewohner, die aus allen Schichten der Gesellschaft kommen, verzichten auf öffentliche Strom- und Wasseranbieter, um ihre Autonomie im Rahmen der Gegebenheiten zu bewahren.
So wird beispielsweise das Abwasser in einer eigenen Pflanzenkläranlagen entsorgt, der Strom mittels Solaranlagen und Windrad gewonnen. Die Gärten sind kleine Ökosysteme, in denen Gemüse für den Eigenverbrauch angebaut wird.
Im Laufe der Jahre wurden Toiletten gebaut, Wege angelegt und gepflanzt und daraus entwickelte sich ein anerkanntes Kulturprojekt, welches öffentlich ist und Gäste herzlich willkommen heißt.

Viele künstlerische Wagen zieren das besondere Dorf. Foto von Inhabitat

Mehr Informationen unter: http://www.lohmuehle-berlin.de/LM_home1.htm

Fotos von http://inhabitat.com/berlins-wagendorf-lohmuhle-is-a-hidden-self-sufficient-caravan-village/

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